Arbulon

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SF-Thriller in der Jetztzeit. Taschenbuch, 328 Seiten

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Artikelnummer: 9781520535432 Kategorie:

Beschreibung

Arbulon, ein Algenblob von einer fremden Welt, hat es auf die Erde verschlagen. Die grüne, geleeartige Masse ist ausgeschickt worden, um den Fortbestand der eigenen Art zu sichern. Seit 1945 manipuliert er insgeheim die Erinnerungen der Menschen und verspricht seiner Gefolgschaft, sie in eine angenehme Zukunft zu führen. Abtrünnige Vertraute, die Angst vor der Zukunft haben und gierige Geheimdienste, die von ARBULONS Möglichkeiten profitieren wollen, formieren sich über die Jahre hinweg als Gegner. Aber weder seine Vertrauten noch ARBULONS Feinde können ihren eigenen Erinnerungen trauen. Denn jetzt holt ARBULON zum entscheidenden Schlag aus.

Leseprobe

1

15. Februar 1945

»Die Russen sind über die Oder, mein Führer!« Hans Krebs, frisch gebackener Chef der Operationsabteilung im Generalstab der Wehrmacht im Führerbunker, sah nur den Rücken Adolf Hitlers, der vornübergebeugt beide Hände auf dem Kartentisch abstützte und vermeintlich die Karte von Groß-Berlin studierte. Die Tatsache, dass er nicht einmal mit einem seiner bekannten Wutausbrüche auf diese Nachricht reagierte, war Krebs Beweis genug, anzunehmen, dass er sich einfach nur aus Erschöpfung oder Resignation nicht dazu herabließ, sich umzudrehen und ihn anzuschauen. Nur ein tiefes Schnaufen und ein leises: »Ist gut, Krebs. Danke«, kam nach mehr als einer Minute Pause, in der der General der Infanterie, aufmerksam und geduldig, auf eine Reaktion des Führers wartete.

Obwohl es unangenehm kühl im Bunker war, schwitzte er. Die Reaktion des Führers war zwar unerwartet Unaufgeregt ausgefallen, das hieß aber nicht, dass sich das nicht von einer Sekunde auf die andere noch ändern konnte.

Vor der Tür standen Goebbels, Burgdorf, Bormann und noch einige andere und warteten auf eine Reaktion des Führers. Krebs ärgerte es immer noch, dass er erst kurz zuvor seiner Ernennung zugestimmt hatte, nachdem die Nachricht vom Autounfall General Wenck’s und seinen schweren Verletzungen hereingekommen war.

Eine Wahl indes hatte er kaum gehabt. Die Alternative wäre eher ein Erschießungskommando im Garten der neuen Reichskanzlei gewesen. Wegen Insubordination, wie Goebbels gegenteilige Ansichten so gerne umschrieb.

Natürlich würde er seine Papiere für diesen Posten, der deutschen Gründlichkeit wegen, vermutlich erst in Tagen erhalten. Dass er sie bekommen würde, da war er sich aus demselben Grund sicher. Und, dass man ihn aus genau diesem Grund dazu auserkoren hatte, damit ER dem Führer die Nachricht überbringen musste.

»Der Generalstab steht bereit, um mit Ihnen die weitere Vorgehensweise zu diskutieren«, sagte er, unsicher, wie er sich weiter verhalten sollte.

Wieder brauchte der Führer lange für eine Antwort.

»Geben sie mir ein paar Minuten, Krebs«, hauchte er kaum mehr als, dass er sprach. Krebs nahm das als Aufforderung, hob den rechten Arm zum Gruß und schlug die Hacken zusammen, bevor er sich umdrehte und das Zimmer verlassen wollte.

»Krebs«, sagte der Führer, noch bevor der Angesprochene die Hand zur Klinke ausstrecken konnte.

»Ja, mein Führer?« Krebs hielt inne und drehte sich erneut um 180 Grad. Hitler richtete sich auf und schaute nun seinem Stabschef direkt in die Augen. Und wieder vollzog sich beim Führer des deutschen Reiches, diesmal direkt vor seinen eigenen Augen, jene unglaubliche Wandlung.

»Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass wir bald die Oberhand gewinnen werden«, sagte er nun mit kräftiger und überzeugender Stimme, der das deutsche Volk in den vergangenen 12 Jahren immer wieder so andächtig gelauscht hatte, aber im krassen Widerspruch zu seiner aktuellen Erscheinung stand. Das Gesicht war geschwollen und müde, vom endlosen Brüten über einen Ausweg aus der Situation. Einzig in den Augen, loderte nach wie vor jenes Feuer, dem so viele Deutsche verfallen waren. Der Wille und der Glaube, es zu schaffen, das Blatt noch einmal zu wenden, meinte Krebs darin erkennen zu können. Vielleicht bildete er sich das aber auch nur ein. Hitler hustete kräftig und zog den Uniformmantel enger um seinen Körper.

»Ich sage ihnen aber, die Spatzen pfeifen es ja schon von den Dächern, dass das wohl möglich Berlin nicht mehr retten wird. Über kurz oder lang, werden die Russen die Reichshauptstadt einnehmen.«

Hitler wendete sich wieder dem Kartentisch zu und bedeutete Krebs mit einer Handbewegung, ihm an den Tisch zu folgen.

»Aus diesem Grund möchte ich, dass sie umgehend etwas in die Wege leiten.« Überrascht über Hitlers plötzliche Redseligkeit, folgte Krebs der Aufforderung und trat neben ihm an den Tisch.

»Evakuieren sie Arbulon.« Krebs folgte mit den Augen dem Zeigefinger Hitlers, mit dem er mehrfach auf das Gelände der technischen Hochschule, beziehungsweise nach neuer Sprachregelung der Wehrtechnischen Fakultät 5 in der Charlottenburger Chaussee, tippte.

Krebs runzelte die Stirn.

»Arbulon darf unter keinen Umständen in die Hände der Amerikaner fallen, geschweige denn, in die der Russen.«

»Mit Verlaub, mein Führer. Arbulon? Davon höre ich das erste Mal. Eine neue Waffe?« Der Aufbewahrungsort ließ Krebs das Schlussfolgern und die kleine Pflanze Hoffnung bekam einen kräftigen Wachstumsschub.

Hitler wendete sich dem, ihn um gut zwei Köpfe überragenden, Generalstabschef zu und brachte es ganz kurz tatsächlich fertig, ein feines Lächeln aufzulegen.

»Leider noch nicht für unsere Generation, mein Bester. In zwanzig Jahren vielleicht. Aber dann wird mit ihm alles möglich sein.«

Krebs bewunderte den Führer für dessen Weitsicht. Er war schon seit langem einer seiner treuesten Anhänger. Und in Augenblicken wie diesen fand er die Bestätigung für seine Treue.

»Lassen sie sich von Fräulein Junge die Versandpapiere fertigmachen und stopfen sie Professor Klein und seine Assistenten in ein Flugzeug nach Garmisch.«

»Jawohl, mein Führer!« Krebs hob erneut den Arm zum Gruß. Dann machte er auf seinen Hacken kehrt und hatte bereits zum zweiten Mal in kurzer Zeit die Hand auf der Türklinke, als er erneut hinter sich seinen Namen hörte.

»Und, Krebs …« Die Stimme des Führers nahm einen unmissverständlich drohenden Tonfall an. »Sie haften mir dafür. Und jetzt schicken sie mir meine unfähigen Generäle rein.«

Krebs hatte die Tür bereits einen weit Spalt geöffnet, sodass der letzte Satz die draußen Wartenden, einen kalten Schauder über den Rücken laufen ließ.

»Jawohl, mein Führer!« Jetzt doch froh, in den kommenden Minuten nicht zu der Gruppe der Wartenden vor der Tür zu gehören, suchte er schleunigst das Weite um seine Aufgabe zu erledigen.

3 Bewertungen für Arbulon

  1. Bewertet mit 5 von 5

    andreaskohn

    Gutes Buch mit potenzial das menschliche Gehirn an seine Grenzen zu bringen
    https://www.amazon.de/gp/customer-reviews/RVLZZMCXRS0UU/ref=cm_cr_dp_d_rvw_ttl?ie=UTF8&ASIN=B01MUO22CF

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