Die Takatomo-Verschwörung

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SF-Thriller

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Beschreibung

Die Welt hat sich grundlegend verändert. Die Nationalstaaten müssen der Macht gigantischer Städte weichen, in der die Menschen, sofern sie dem Staat nicht auf der Tasche liegen, glücklich und zufrieden leben können. Alle anderen werden zu Zehntausenden in Armenhäuser gesperrt, um das Stadtbild nicht zu verschandeln. Dort leben sie unter Bedingungen, die man eher im Mittelalter erwarten würde, aber nicht im Jahr 2481. Der Ermittler Ganex Garibaldi kommt einer Verschwörung auf die Spur, die das Leben der einhunderttausend Einwohner des Takatomo-Towers bedroht. Um das Schlimmste abzuwenden, bleiben kaum mehr als dreißig Stunden.

 

Leseprobe

Langsam füllte sich die Bahnhofshalle. Dennoch bezweifelte Ganex, dass sie über diesen Weg wirklich einen maßgeblichen Teil Menschen würden evakuieren können. Aktuell kamen mehr Menschen mit den Fahrstühlen herauf, als sie in die Waggons stecken konnten. Er hoffte zwar, dass sich das bald ändern würde, er hatte deutlich mehr Wagen angefordert, aber selbst dann konnte man unmöglich mehr als ein paar tausend damit wegschaffen.

Irgendwer hatte mehrere Plastikplanen organisiert und sie über die beiden Leichen der Pollies gelegt, die er erschossen hatte. Sein Mentor hatte ihm damals bei der Waffeneinweisung gesagt, dass der Pulser die humanere Tötungsmethode als der Nadler wäre. Vielleicht machte es für das Opfer einen Unterschied. Für ihn selbst aber nicht. Diese beiden waren die ersten Menschen, auf die er jemals mit Tötungsabsicht geschossen hatte. Und er befürchtete, dass ihn das noch eine Weile verfolgen würde.

»Gerade sind vom anderen Bahnsteig weitere 40 Personen abgefahren. Jeder fragt mich, wo es denn hingeht. Was soll ich denen sagen?« Jörny war von hinten an Garibaldi herangetreten der mit verschränkten Armen und an die Wand gelehnt auf die toten Pollies schaute. Er brauchte ein paar Sekunden, um sich wieder in der Wirklichkeit einzufinden. Garibaldi drehte sich zu ihm, lächelte gequält und nickte dann.

»Ich hatte 99 Wagen bestellt. Alle mit dem Ziel Sidi Slimane in Marokko. Da gibt es ein Bauprojekt das händeringend Arbeiter sucht. Unterkunft, Verpflegung und vernünftige Bezahlung inklusive. Da entsteht eine gigantische neue Stadt. Die Idee stammt von deinem Freund Taka. «

»Dann verstehe ich nicht, warum dieser Dumas lieber 100.000 Menschen umbringen lassen will, statt einfach alle umzusiedeln?« Jörny schüttelte verständnislos den Kopf.

»Das habe ich Takatomo auch gefragt. Er meinte, dass es mit dem umsiedeln alleine ja noch nicht getan ist. Mal davon abgesehen, dass natürlich nicht alle dort hin wollen und sich zur Wehr setzen würden. Das würde die Räumung am Ende stark verzögern. Pollie-Einsätze, Tote, Verletzte, schlechte Presse. Außerdem steht eine neue Stadt immer in Konkurrenz zu einer etablierten, die sich eher in den Fuß schießen würde, wenn sie es könnte, als einer anderen Stadt etwas Gutes zu tun.

Dann hätte Dumas am Ende immer noch das Problem, den Tower abreißen zu lassen. Das kostet wieder unendlich viel Zeit und Geld. Die Gebäude müssten von allen Schadstoffen befreit werden. Da sind Bestimmungen einzuhalten, wie diese Baustoffe dann zu entsorgen sind. Und so weiter.

Eine Trümmerbeseitigung dagegen ist einfach billiger. Nicht so viele Regeln, die befolgt werden müssen. Da ist allen daran gelegen, eine Ruine möglichst schnell durch einen Neubau zu ersetzen.

Wenn man sich also tatsächlich keinen Kopf um irgendwelche Opferzahlen macht, ist diese Vorgehensweise, vom finanziellen Standpunkt aus gesehen, tatsächlich die sinnvollste. Moral spielte bei Dumas eben keine Rolle.«

»Weißt du was?«, fragte Jörny, angewidert von der Skrupellosigkeit ihres ‘Vermieters’. »Ich würde dem Kerl gerne gegenüberstehen und ihm das hier zeigen.« Dabei hob er seinen übergroßen Schocker, den er in der Waffenkammer der Pollies, gegen seinen eigenen eingetauscht hatte. »Und ich würde mir sehr viel Zeit lassen und ihm mit der kleinsten Stufe zeigen, wie viele Schmerzen so ein Ding bereiten kann.«

»Ich glaube, da musst du dich dann aber hinten anstellen. Abe, dazu müssten wir irgendwie nach Luna kommen. Takatomo sagte, dort würde sich Dumas seit Jahren schon dauerhaft aufhalten.«

»Feige Sau«, schimpfte Jörny.

Mit einem rauschen verdrängter Luft kündigte sich der nächste Wagen an. Der Tubus, knapp vier Meter im Durchmesser und acht Meter lang, bot bequem Platz für 20 Menschen. Innerhalb eines Bahnhofes wurden kleine Gummirollen ausgefahren, um ein optimales Gleiten zu gewährleisten. In der Röhre auf der Strecke herrschte dagegen starker Unterdruck vor und Überdruck hinter einem Tubus, der so von Segment zu Segment geschossen wurde und Spitzengeschwindigkeiten bei einer längeren Reisedauer, von mehreren hundert Kilometern in der Stunde erreichen konnte.

Um möglichst viele Menschen mit einem Mal transportieren zu können, zwängten sie fast das Doppelte an Menschen hinein. Das war vor allem bei knappen fünf Stunden Reisezeit nicht sonderlich bequem. Jede dieser Tuben konnte in dem weltweiten Netz kostenfrei benutzt werden. Zumindest von Menschen die brav ihre Steuern zahlten. An Einser, die evakuiert werden wollten, hatte man sicherlich keinen Gedanken verschwendet. Die hätten vorher umständlich einen Beförderungsantrag stellen und den Preis dafür im Voraus bezahlen müssen. Aber bis jemand in der Verwaltung auffiel, wie viele Wagen für diese Aktion aus dem normalen Verkehr abgezogen würden, wäre die Aktion sowieso schon vorbei. Bei den über 100 Millionen Einwohnern von Triton, von denen täglich mehrere Millionen befördert wurden, fielen selbst 200 angeforderte Waggons nicht ins Gewicht. Jedenfalls nicht sofort.

»Und was machen wir dann?«, wollte Jörny wissen. »Ich meine, angenommen wir schaffen so viele Leute wie es geht hier heraus und die Zeit ist um. Gehen wir dann mit?«

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    andreaskohn

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