illegale Downloads

Ich wusste im ersten Moment nicht so genau, ob ich mich geehrt fühlen sollte, als ich mein eigenes Produkt auf illegalen Downloadseiten wiedergefunden habe, oder nicht. Wobei, eine Ehre in dem Sinne meine ich eigentlich nicht. Vielleicht wird einem damit eher so etwas wie ein Adelstitel verliehen? Nein, auch nicht.

Ich weiß, dass das herunter laden eines Buchtitels dort nicht gleichbedeutend mit dem Interesse am Inhalt ist. Es ist eher die Sammelwut, die dabei viele antreibt. Damit wir uns da Richtig verstehen. Es ist FALSCH. Auch, wenn man sich dabei wie in einem Schokoladengeschäft fühlt. Überall leckere Sachen. Aber es sind die Ergebnisse harter Arbeit von anderen. Nicht die der Seitenbetreiber.

Andererseits ist es müßig sich darüber aufzuregen. Es bringt nämlich nichts. Die Seiten werden in Russland, Inden oder sonst wo gehostet und da kann man sich auf den Kopf stellen. Die gehen wohl eher nicht auf den freundlichen Hinweis ein, dass man als Rechteinhaber das nicht so gerne sieht. Wer sich dem Risiko aussetzen will und sich auf solchen Seiten um schaut, wird wahrscheinlich schon genug bestraft werden. Denn genau auf solchen Seiten fängt man sich leicht was ein.

Was kann man also aus dieser Erkenntnis gewinnen? Man kann es positiv sehen und sich einreden, dass zumindest der eigene Name vielleicht bei den Leuten hängen bleibt und sie bei nächster Gelegenheit, bei einem aktuellen Buch auf Amazon, zugreifen. Aber schön ist es nicht.

7. Woche

Ich habe mir jetzt gerade in einer Mini-Marathon-Sitzung drei Folgen am Stück von den Schreibdilettanten auf YouTube angesehen. Bin ganz durch Zufall drauf gestoßen und auch begeistert. Die beiden Thriller-Autoren Axel Hollmann und Marcus Johanus haben locker flockig in einem Videochat darüber debattiert, was zum Beispiel Facebook für einen Autor bedeuten und tun kann und was ein gutes Buch ausmacht. Bei ersterem Thema bestätigten sich meine unbewussten Annahmen, so dass ich mit allen Aussagen problemlos konform gehe.

Bei dem Video über das Thema was ein gutes Buch ausmacht, gab es jedoch schon bei den beiden untereinander keine endgültig überstimmende Meinung. Die Intensität mit der unterschiedliche Leser etwas wahrnehmen ist bei positiven Dingen von Leser zu Leser eben teilweise ja sehr unterschiedlich. Aber so ziemlich jeder Leser nimmt negative Dinge meist gleich intensiv wahr. Hätte die Frage also besser lauten sollen: »Was sollte man vermeiden, um kein schlechtes Buch zu schreiben?« Dann kann man auch eher zu einem Konsens kommen.

Da gibt es vermutlich nicht nur aus meiner Sicht ein paar Dinge, die man tunlichst vermeiden sollte. Angefangen von einer anderen Auslegung der Rechtschreibung wie der Duden sie vorgibt, über belanglose Dialoge, Logiklöcher bis hin zu einer unbefriedigenden Auflösung der Geschichte. Zu meiner Schande war gerade der erste Punkt zu Beginn meiner Karriere als Selfpublisher etwas, dass ich sträflich unterschätzt habe. Ich bin immer noch nicht an dem Punkt angelangt, an dem ich meinen Fähigkeiten bedingungslos vertrauen kann. Aber im direkten Vergleich zu meiner Leistung von vor einem Jahr bin ich doch schon etwas zufriedener. Da habe ich eine ganze Menge dazugelernt.

Wenn also die Geschichte in sich stimmig ist, keine unnötigen Längen die Anzahl der Buchseiten in die Höhe treibt, sich die Leute also unterhalten fühlen müssten, sollte eigentlich am Ende kein schlechtes Buch da stehen. Soweit meine Theorie. Ob das auf meine Bücher zutrifft, kann natürlich dennoch nur der geneigte Leser beurteilen. Mir selbst gefallen sie. Natürlich. Einigen Freunden die sie gelesen haben auch. Natürlich. Nur vom Rest der Leser habe ich bislang praktisch kein Feedback. Und das nervt. Natürlich.

Dabei sind die Verkaufszahlen, soweit ich das beurteilen kann, ganz ausgezeichnet. Ich habe ja keinerlei Vergleiche mit Autorenkollegen, aber wenn von zwei meiner fünf Romane innerhalb von nicht ganz vier Wochen über 80 Einheiten verkauft und weitere etwa 50 über KindleUnlimited ausgeliehen werden, ist das, glaube ich, doch schon ganz ordentlich. Die anderen drei sind noch nicht lange genug Online um auch für die eine Aussage zu treffen. Der einzige Lichtblick in dieser Situation ist, dass von Band zwei der NEOCHRON-Trilogie nach kaum einer Woche bereits ebenfalls acht Stück verkauft und etwa weitere fünf ausgeliehen und gelesen wurden. Das sagt mir zumindest das DIESEN Lesern der erste Band so gut gefallen haben muss, dass sie sich an den zweiten gewagt haben. Aber wie gesagt. Kein einziges Feedback. Wenn man jetzt noch die Ur-Versionen der Romane wie sie bei ePubli.de veröffentlicht wurden, mit einbezieht, geht die verkaufte Auflage aller Romane bereits jetzt an die 200 Stück heran. In nicht einmal einem Jahr.

Das der kostenlose Download von beinahe 1200 Stück keine Rezension gebracht hat, liegt vermutlich auch einfach an der Sammelwut einiger. Die wurden eher nicht gelesen, sondern verstauben jetzt auf ewig in irgendwelchen virtuellen Buchregalen.

Ich hoffe also weiter darauf, dass mir meine Leser entweder bescheinigen ein oder mehrere gute Bücher geschrieben zu haben oder dass ich es besser lassen sollte. Ich bin gespannt.