Zombiecalypse 2

 

 

Ich will ehrlich sein. Ursprünglich war ZOMBIECALYPSE als ein einmaliges Experiment geplant gewesen. Ich dachte immer, dass Science Fiction das einzige ist, dass mich heute wirklich interessiert. Aber, zu meinem großen Erstaunen ging mir das Schreiben von Zombiecalypse nicht nur gut von der Hand. Es hat auch Spaß gemacht und der Erfolg hat mich echt umgehauen.

Mehrfach bin ich im vergangenen Jahr wegen einer Fortsetzung zu Zombiecalypse angesprochen worden. Dabei hatte ich doch eigentlich alle Handlungsfäden pflichtschuldigst abgeschlossen. Nahtlos, mit den auf den letzten Seiten von Teil 1 angesprochenen Geschehnissen, fortzusetzen wäre ausschließlich eine blutige Metzelei geworden. Hunderttausend Zombies die an der Festungsmauer zur Harmlosigkeit erstarren, nur um dann abgeschlachtet zu werden, hätte nur einen sinnlosen Splatter-Roman ergeben. Deshalb wird dieses Ereignis zwar innerhalb der Handlung mehrfach angesprochen. Ein Text dazu existiert aber nicht. Es hat also niemand etwas verpasst.

Die Lösung fand ich auf einer anderen Seite des Romans. Wie war es zu dem Ausbruch gekommen? Die Rückblenden von Teil 1 hatten ja offenbar Gefallen gefunden. Es lag also nahe, eine Handlung im indischen Jodphur beginnen zu lassen. Der Tag 0 aus der Sicht eines Verantwortlichen der Apokalypse. Aus der Sicht eines Wissenschaftlers, der deshalb garantiert auch nicht der strahlende Held sein durfte. Justin Ward musste durch den Woodsten-Sender nämlich niemals gegen Zombies kämpfen. Im Gegenteil, er ist zwar brillant aber von eher ängstlicher Natur.

Ein weiteres Detail aus Band 1 war das sich ständig verändernde Virus. Da die Zombies durch die VHF-Strahlung keine Gegner mehr waren, mussten sie sich für den benötigten Thrill verändern. Nun sind sie nicht mehr die klassischen Romero-Zombies, sondern eher im Stile von World War Z. Sehr viel schneller, intelligenter und damit gefährlicher. Der Leser kann ahnen, wie es zu der Veränderung kommt. Die Protagonisten tappen dagegen weitestgehend im Dunklen.

Auf Handlungsebene 2 setzt deshalb der Fortlauf der Geschichte in der relativen Gegenwart, vier Jahre nach dem Virusausbruch, ein. Und Martin, Dalina, Buster & Co bekommen es auf das heftigste mit diesen neuen Zombies zu tun.

Aber die Zombies waren mir noch zu wenig Bedrohung für sie. Ein menschlicher Antagonist aus Amerika musste her. Hauptfeldwebel Klein als sein Hauptopfer, der eine dramatische Wesensveränderung durchmacht und viele kleine Geschichten aus den vergangenen vier Jahren in Amerika, finden sich in der dritten Handlungsebene von Teil 2.

Zu guter Letzt ergab sich bei der Frage der Cover-Gestaltung, dass auf einmal ein weiterer Protagonist gefragt war. Markus Dekker hätte in einer winzig kleinen Rolle zwar sowieso auftauchen sollen, aber seine nun zusätzlich eingeflochtene Schizophrenie war eine wunderbare Möglichkeit das Cover zu erklären. Das passte wie die Faust aufs Auge. Aus Markus Dekker wurde also Steamy Dekker, für den ich deutliche Anleihen aus dem Steam Punk Genre genommen habe.

Zombiecalypse sollte eigentlich für sich alleine stehen können. Aber wie bei allen Fortsetzungen erspart man sich als Autor im zweiten Teil natürlich das Wiederkäuen der Kindheitserinnerungen der Protagonisten. Für das Ende habe ich mich dagegen bemüht keinen allzu dramatischen Cliffhanger stehenzulassen. Lediglich das vorletzte Kapitel soll natürlich ein wenig Lust auf den abschließenden dritten Teil machen, der hoffentlich im dritten Quartal 2019 fertig sein wird.

Zombiecalypse 2 ist keine Heldenreise aber auch kein Text, der nur um einen Protagonisten herum aufgebaut ist. Ein wenig Moral und ein Plädoyer für ein Miteinander konnte ich mir eben sowenig verkneifen, wie das Bedienen einiger gängiger Klischees.

Insgesamt muss ich aber gestehen, war ich bei keinem meiner bisherigen Romane mit dem Endergebnis so zufrieden wie mit Zombiecalypse 2 (Leseprobe). Es gibt, meiner Meinung nach, etliche WTF-Momente im Text, bei denen ich auf Reaktionen gespannt bin. Und ich hoffe, dass der geneigte Leser das genauso sieht und nicht mit entsprechenden Kommentaren und Rezensionen geizt.