Sternenreich 2 ist bereit für die Beta-Leser

Kennt ihr das auch? Es ist praktisch unmöglich den Wortlaut eines Textes unmittelbar nach dem Ausdenken 1:1 auf das Papier zu bringen. Was sich eben im Kopf noch nach einem genialen Streitgespräch angehört hat, liest sich anschließend eher wirr und nichtssagend. Warum kann man seine Gedanken nicht wortgetreu für die Nachwelt festhalten?

Für das vorletzte Kapitel meiner Fortsetzung der STERNENREICH-Reihe musste ich ein paar übrig gebliebene offene Fragen klären, damit der Leser das Buch nicht am Ende zu klappt und fragt: »Hä? Und was ist mit dem …? Und wie hat er …?« In der ersten Version habe ich dazu einen langen inneren Monolog verpasst, der die vergangenen Geschehnisse Revue passieren ließ – und das war … ärrks. So was will keiner lesen. Also habe ich einen neuen Ansatz gesucht und das Kapitel neu geschrieben. Nach dem Grundsatz: »Show, don’t tell« haben wir die Protagonisten alle auf einem Haufen, jeder sagt etwas »kluges« und alle sind zufrieden. So war der Plan. Und was im Kopf auch hervorragend funktioniert hat, sieht auf dem Papier – sagen wir mal – na ja, besser als die erste Version – aus.

Also ein weiterer Versuch. Dieses Mal habe ich mich bei der wörtlichen Rede allerdings nicht darum gekümmert, wer was sagt, was für ein Gesicht er, sie oder es macht oder wie auf die Worte anderer reagiert wird. Erst einmal das Gespräch zu Papier bringen. Das sah zwar grauslich aus und für den Leser wäre diese Reinform wohl extrem verwirrend. Aber die Dialoge stimmten zumindest im Ansatz mit dem überein, was ich im Kopf hatte. Erst in einem zweiten Step bin ich dann darüber, habe ein paar Sätze noch einmal versetzt und hinzugefügt, von wem was kommt und weitere Details zur Ausschmückung geschrieben. Und jetzt liest es sich schon erheblich besser. Hundertprozentig zufrieden bin ich zwar immer noch. Aber das ist bei mir normal.

Ich bin jedenfalls gespannt darauf, was die Beta-Leser dazu sagen haben. Zwei habe ich schon. Es dürfen aber durchaus noch ein paar mehr sein. Also, bewerben!

STERNENREICH – Die letzte Kaiserin

Faul war ich zwar nicht in den letzten acht Wochen. Immerhin habe ich sowohl ARBULON und Band 2 und 3 der NEOCHRON-Reihe komplett überarbeitet. Da war die DSVGO, die mich in Atem gehalten hat. Die Planung und Durchführung der verschiedenen Werbemaßnahmen für GUS MASTERS, ZOMBIECALYPSE, die NEOCHRON-Romane und die STERNENREICH Gesamtausgabe. Und zu guter Letzt kann ich mich zurzeit nicht beklagen, was täglich an Arbeit in meinem Geschäft anfällt.

Aber seitdem ich GUS MASTERS Anfang April ins Lektorat gegeben habe, war ich nicht mehr sonderlich kreativ. Hier ein paar Seiten am zweiten Band von GUS. Dort dreiviertel einer Kurzgeschichte die Band eins und zwei miteinander verbinden sollte und nun wohl doch eher in Band zwei integriert werden wird. Alles in allem nichts Weltbewegendes.

Gestern nun habe ich mich aufgerafft und mir die ersten Seiten der STERNENREICH Fortsetzung angeschaut, die ich schon im Januar geschrieben habe, bevor ich mich intensiv auf GUS MASTERS gestürzt habe.

Geplant hatte ich eine dreiteilige Fortsetzung mit jeweils etwa zweihundert Seiten, die am Ende wieder zu einer Gesamtausgabe verschmolzen wären. Ich weiß noch nicht genau, ob ich bei diesem Konzept bleibe. Im Moment tendiere ich eher zu einer direkten Veröffentlichung in einem dicken Roman. Das liegt einfach daran, dass ich ab November wieder der Herr über die erste Gesamtausgabe werde und eine parallele Neuveröffentlichung mit dem neuen Buch über Amazon plane.

An der Story wird sich nicht viel ändern. Die habe ich bereits ziemlich Detailliert durchgestylt. Ein paar Änderungen hier und da vielleicht, weil man durch den zeitlichen Abstand einen anderen Blickwinkel darauf bekommt.

Jedenfalls habe ich gestern Abend und heute den Tag über fast dreißig der geplanten sechshundert Seiten, also etwa 50.000 Zeichen, geschrieben. Für einen notorischen Langsamschreiber, der sonst kaum mehr als ein Kapitel am Tag schafft, weil er sich von Facebook und Co sofort wieder ablenken lässt, eine Menge Text. Manchmal ist so eine kreative Schaffenspause also auch von Vorteil. Danach flutscht es doch gleich doppelt so gut.

Eine kleine Kostprobe mit Knalleffekt am Ende gefällig?

4

Das Wiedersehen mit den alten Freunden hätte herzlicher kaum sein können. Selbst Julio Ogistram, der seit nunmehr fünf Jahren der persönliche Leibwächter der Kaiserin war, vernachlässigte für ein paar Augenblicke seine Wachsamkeit und zog seinen alten Schützling Finn Huck fest an sich. Etwas neidisch betrachtete Gisbert die Szene. So herzlich hatte der dreihundert Pfund schwere Oganer ihn und Lopold nicht begrüßt.

Auch die Kaiserin ließ es sich nicht nehmen, den Leutnant intensiv zu drücken. Den Blick ihres Kammerdieners ignorierte sie schmunzelnd.

»Wir sind hier doch unter uns, Raglund«, hatte sie nur gesagt.

»Du bist etwas dicker geworden, Finn«, scherzte Lopold sofort und knuffte seinem großen Freund freundschaftlich gegen den Oberschenkel.

Andiemus van Poter schaute grinsend zu dem nur hundertzwanzig Zentimeter großen Pelzwesen hinab: »An das, was du zugelegt hast, komme ich aber nicht heran.«

Um kein allzu großes Aufsehen zu erregen, war die TINKERBELL auf dem »kleinen« Flottenverwaltungseigenen Raumhafen geparkt, der sonst nur für schnelle Kurierschiffe genutzt wurde. Der Hofstaat auf Imperium Prime wusste, abgesehen von Raglund Pfister, nichts von der Stippvisite in das Nachbarsystem. Tanjatabata Penelopa deTiera hatte das angenehme mit dem nützlichen verbunden und die TINKERBELL samt ihrer Aufpasser als Transportmittel genutzt. Ein klein wenig war die Kaiserin erstaunt gewesen, dass der Kammerdiener sich kein bisschen gegen den Ausflug zur Wehr gesetzt hatte.

»Und? Was hat es nun mit diesem Gedicht auf sich? Könnte es nicht einfach nur der Ruf nach Aufmerksamkeit eines schlecht bezahlten und von seinen Kollegen geschnittenen Professors handeln, der eine Geschichte frei erfunden hat?«

Im Gegensatz zu der Kaiserin und Finn Huck aka Andiemus van Poten, kannte noch niemand den Wortlaut des Gedichts und warum es die beiden und den Professor in solch helle Aufregung versetzt hatte. Gisbert Mortens konnte ich aber denken, dass sie sich hier nicht nur wegen ihrer alten Freundschaft trafen. Da musste schon etwas mehr dahinter stecken.

Der Leutnant kramte zunächst wortlos den Papierzettel hervor und reichte ihn der Kaiserin, die aber nur einen kurzen Blick darauf warf und ihn sofort an Gisbert weiterreichte.

»Unwahrscheinlich. Ich habe die vergangenen Tage den Professor intensiv überprüfen lassen. Er ist zwar ein klein wenig geltungssüchtig. Aber sein Ansehen in der Fachwelt ist über alle Zweifel erhaben. Außerdem habe ich mir mittlerweile die Originaldateien vor Ort angesehen. Das Gedicht ist ja nur das, was ohne Dechiffrierung lesbar ist. Da gibt es noch ein paar weitere Dateien.«

»Eine Blume – dornig und tiefrot,
am Tag der Krönung, ganz genau,
aus Zauberer Hand – nun lange tot –
fiel sie an die eine Frau.«

Gisbert hatte laut vorgelesen und ließ die Hand nun sinken. »Ja und? Da hat jemand ein nettes Gedicht geschrieben, dass nicht nur dich … ähem …«, stotterte er. »Darf ich noch Tanja sagen?« Verlegen schaute er zur Kaiserin, weil ihm das jetzt erst auffiel. Seit ihrem Start von Imperium Prime hatte er nicht darüber nachgedacht.

»Natürlich Gis. Wir sind unter uns«, wiederholte sie und amüsierte sich über den entsetzten Blick ihres Kammerdieners.

»Ein Gedicht, dass einen zu Tränen rührt, wenn man weiß um was es geht«, vollendete Gisbert seinen Satz erleichtert. »Also, wo ist da jetzt das Problem?«

»Nun, dieses Gedicht ist bereits etwa fünftausend Jahre alt.«

Gus Masters – Zombiekiller

Ich weiß, ich hatte gesagt, dass ich mich um die Fortsetzung von STERNENREICH kümmern würde. Aber, der Erfolg von ZOMBIECALYPSE hat mich doch sehr überrascht. So sehr, dass ich schleunigst einen weiteren Roman aus diesem Genre nachlegen will. Der vorläufige Titel lautet im Moment »GUS MASTERS – Zombiekiller« und wird ein merkwürdiger Genremix aus Western, Endzeitthriller und SF mit einem sehr überraschenden Ende sein. Das Ende ist dabei so geplant, dass man daraus problemlos eine Reihe gestalten wird können. Nur soviel, das Western-Setting ist nicht das Ende. 😉

Für einen kleinen Einblick präsentiere ich hier einmal die ersten drei Kapitel. Unbearbeitet, roh und nicht lektoriert. Vielleicht fühlt sich der eine oder andere ja dazu berufen, mir seine Meinung dazu kundzutun.

1

Gus Masters stützte den Unterarm auf den Sattelknauf und fixierte argwöhnisch seinen aus sechs Planwagen bestehenden Treck. Die Planwagen standen etwas verstreut und zum Teil auch nebeneinander, anstatt in einer Reihe mit gleichem Abstand. Die Pferde knabberten zwar friedlich an den spärlichen Grasbüscheln, aber ansonsten war weit und breit keine Menschenseele zu sehen.

Von der Anhöhe, auf der er seinen Quarter Horse Rappen zum Halten gebracht hatte, bis hinunter zu der ausgefahrenen Spur des Oregon-Trails, mochten es zwar an die zweihundert Yards sein. Aber, außer ein paar Präriebüschen gab es nicht viel, was die Sicht behinderte. Noch war das Ende der Great Plains einige Meilen entfernt.

»Da stimmt irgend etwas nicht, Schnauffer«, murmelte er seinem schwarzen Pferd ins Ohr und tätschelte ihm den Hals. »Da stimmt etwas ganz und gar nicht.«

Wie zur Bestätigung blies Schnauffer mehrmals kräftig durch die Nüstern, wieherte leise und nickte mit dem riesigen Kopf. Zusätzlich tänzelte er unruhig rück- und seitwärts. Ein deutlicheres Zeichen dafür, dass auch dem Pferd die Situation nicht geheuer war, konnte sich Masters kaum vorstellen.

Gus Masters hatte ein paar Meilen voraus reiten wollen, um die Gegend auszukundschaften. Als er die beiden Büchsen der Siedler hatte donnern hören, war er jedoch sofort umgekehrt. Das war vor kaum zehn Minuten gewesen.

»Wenn wir hier oben bleiben, werden wir den Grund für die Schüsse wohl nicht erfahren, Schnauffer.« Masters schnalzte mit der Zunge und drückte sanft die Knie zusammen. Schnauffer zierte sich zunächst etwas, ließ sich dann aber doch den Hang des Hügels hinunter steuern.

Die Stille wurde nur durch das leise schnauben des Pferdes und das herabrutschende Geröll durchbrochen. Fünfzig Yards vor dem vordersten Gespann erreichten sie den Pfad und Gus Masters zog seinen Colt. Er versteckte den langen Lauf unter seinem Mantel und ließ Schnauffer gemächlich auf den vordersten Wagen zu traben. Die vier Pferde im Geschirr des Planwagens hatten ihn nach links von der Straße gezogen und quergestellt. Damit verdeckte er komplett das, was dahinter lag und zwang Masters sein Pferd vor dem Gespann herumzuführen.

Er war sich nicht sicher, was er erwartete vorzufinden. Ihm sträubten sich die Nackenhaare bei dem Gedanken auf einen Haufen Leichen zu treffen, falls die Sioux auf dem Kriegspfad wären. Aber eigentlich war dafür viel zu wenig Zeit gewesen. Er ließ Schnauffer vor dem Führungspferd des Gespannes stoppen und beugte sich nach vorn um an den Pferden und dem Wagen entlang sehen zu können.

Dort im Schatten saß Pat Kinney mit dem Rücken gegen die Speichen des rechten Vorderrads gelehnt. Ein Fuß angewinkelt und den Kopf gegen die Speichen gelehnt sah es so aus, als döse er vor sich hin.

»Pat«, sprach Masters den vollbärtigen Iren an, doch der Mann rührte sich nicht. Ohne ihn oder die Umgebung aus den Augen zu lassen hob er sein rechtes Bein über die Ohren seines Pferdes hinweg und ließ sich aus dem Sattel zu Boden gleiten. Seine Revolver-Hand hielt er dabei ständig unter dem Mantel versteckt. Am Zügel führte er Schnauffer hinter sich her und trat an den Siedler, der im Prinzip einer seiner Arbeitgeber war, heran. Kinney hatte die Augen geschlossen, aber seine Brust hob und senkte sich. Er war also noch am Leben.

»Pat. Aufwachen. Wachen Sie auf. Was ist hier passiert? Wo sind die anderen?« Masters war vor dem Iren in die Hocke gegangen und drehte mit der linken den Kopf in seine Richtung. Gus Masters hatte in seinen zweiundvierzig Lebensjahren schon so etliche Wunden und Verwundungen gesehen. Nicht zuletzt als er auf Seiten der Konföderierten mit General Lee gegen die Yankees gekämpft hatte. Das viele Blut auf der rechten Seite des Mannes, schockierte ihn deshalb kaum. Einzig die Tatsache an sich und der Umstand des Verschwindens seiner anderen achtundzwanzig Schutzbefohlenen bereitete ihm Unbehagen. Kinney sah aus, als wäre er von der Pranke eines Grizzly getroffen worden. Seine rechte Gesichtshälfte war eine einzige blutige Masse. Das Ohr fehlte gänzlich und Kopf und Barthaar war auf dieser Seite nass von Blut. Masters hatte viel Erfahrung mit der Beurteilung von Wunden und auch, wenn der Siedler im Moment noch am Leben war, hielt er es für unwahrscheinlich, dass er diesen Zustand noch lange beibehalten konnte.

Schnauffer scharrte hinter ihm unruhig mit den Hufen und zerrte am Zügel. Der Geruch des Blutes war dem Pferd nicht geheuer. Masters wollte sich gerade aufrichten, um sich weiter umzusehen, als Pat Kinney plötzlich die Augen aufschlug. Trotz der Schmerzen die der Mann gerade durchlitt gelang es ihm den linken Arm zu heben und an Masters vorbei, in Richtung der Hügel auf der rechten Seite des Pfades zu zeigen. Dazu mühte er sich zwar Worte hervorzubringen. Aber viel mehr als ein Stöhnen kam nicht dabei heraus.

Master drückte sanft seine Hand herunter.

»Ich kümmere mich um deine Leute. Versprochen. Und dann bringen wir dich nach Gumble. Das ist nicht weit entfernt. Dort gibt es einen Doc, der dich wieder auf die Beine bringt.« Gus Masters war sich ziemlich sicher, dass Pat Kinney die nächste halbe Stunde nicht überleben würde. Aber, sollte er ihm das sagen? Wohl kaum. Vielleicht mobilisierte der Ire für diese Hoffnung ja noch seine letzten Kräfte. Und wer wusste schon was der Schöpfer von Himmel und Erde noch für Wunder bereit hielt. Viel wichtiger als das war aber, dass diese verdammten Iren einfach hart im Nehmen waren.

Masters stand auf, steckte seinen Colt in das Holster und schwang sich mit einer eleganten Bewegung in den Sattel. Dann zog er den Zügel hart nach links und ließ Schnauffer aus dem Stand in einen schnellen Galopp gehen. Die Hügel vor ihm waren klein, aber es wäre dennoch zu beschwerlich gewesen sie zu überqueren. Deshalb umrundete er sie und fand sich unversehens in einer völlig anderen Landschaft wieder. Vor ihm senkte sich der Boden ein paar Meter und rechts und links erhoben sich plötzlich senkrecht die Reste eines alten tiefen Flussbettes. Auch, wenn sie durch Wind und Wetter mittlerweile alle denselben Farbton besaßen, waren doch deutlich die Gesteinsschichten zu erkennen. Nach kaum dreißig Yards vollzog das Flussbett eine scharfe Biegung nach rechts.

Kaum hatte Masters die erste Biegung des Flussbettes hinter sich gebracht, konnte er das laute Brüllen von Männerstimmen und spitze Schreie von Frauen und Kindern ausmachen. Offensichtlich näherte er sich seinen Leuten. Noch vor der nächsten Biegung scheute Schnauffer plötzlich vor zwei leblosen Körpern am Boden. Der Kleidung und Statur nach gehörten sie aber nicht zu den Siedlern die er im Begriff gewesen war von St.Louis bis nach Oregon City zu führen. Obwohl sie barfuß und mit freiem Oberkörper den Eindruck von Indianern machten, hielt er sie eher für Chinesen. Beide hatten lange Zöpfe und neben dem einen lag dieser typische, aus Stroh geflochtene, kegelförmige Hut. Vermutlich Arbeiter von einer in der Nähe gelegenen Eisenbahnstrecke, die im Moment im gesamten Nordwesten verlegt wurden. Beiden war der Schädel zertrümmert worden.

Widerwillig gehorchte sein Pferd, als er es um die Leichen herum dirigierte. Gus Masters war nicht zweiundvierzig Jahre alt geworden, weil er ohne Nachzudenken mit einem Hurra auf den Lippen in jede Schlacht zog. Sein eigener Selbsterhaltungstrieb ließ ihn an der nächsten Biegung sein Pferd abbremsen und erneut seinen Revolver aus dem Holster ziehen. Erst dann ließ er Schnauffer eher gemächlich um die vermeintlich letzte Biegung schreiten.

2

»Wylie, pass auf.« Auf Finella Brennans Warnruf hin ließ William »Wylie« Hayes den Kolben seiner Doppelbüchse nach links schwingen. Ohne hinzusehen, geschweige denn anständig zu zielen auf was er einzuschlagen gedachte, traf der Hartholzgriff seines Gewehrs den Schädel des dicken chinesischen Wanderarbeiters an der Schläfe. Erschöpft ließ Hayes das Gewehr in den feinen Sand sinken um sich vielleicht für ein paar Sekunden darauf aufstützen zu können. Gleichwohl wusste er aber auch, dass er diese Sekunden gar nicht hatte. Aber er war am Ende seiner Kräfte. Genauso wie Angus rechts neben ihm.

Die doppelläufigen Schrotflinten waren mittlerweile fast wertlos und nur noch als Prügel zu gebrauchen. Niemand hatte daran gedacht sich mit ausreichend Munition zu versorgen, als die Angreifer über sie hergefallen waren. Ganz davon abgesehen, dass die Schrotladungen nahezu wirkungslos verpufft waren. Genau wie sein Schlag mit dem Gewehrkolben, den der Chinese nahezu unbeeindruckt weggesteckt hatte, waren die Angreifer, mit fast nichts was sie taten, abzuwehren. Von den sieben ursprünglichen Gestalten hatten sie bislang ganze zwei ausgeschaltet, indem sie ihnen irgendwie die Schädel zertrümmert hatten.

»Heiliger Gott, heiliger starker Gott, heiliger unsterblicher Gott, hab Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt«, hörte er die Frauen hinter sich murmeln. Einige waren mit geschlossenen Augen auf die Knie gesunken und rezitierten mit ihren Rosenkränzen Psalme. Andere dagegen wandten weinend dem Grauen den Rücken zu und hielten schützend ihre Kinder fest umklammert.

Einen weiteren Ausweg gab es nicht mehr. Der kleine Canyon war vor langer Zeit an dieser Stelle zusammengebrochen und der Schutt versperrte ihnen den weiteren Fluchtweg. Sie saßen in der Falle.

»Wir könnten jetzt alle zusammen versuchen durch sie hindurch zurück zu den Wagen zu laufen«, schnaufte Angus O`Brien. Hayes schüttelte kraftlos den Kopf. Sie würden keine zehn Meter weit kommen und vor allem die Kinder verlieren. Natürlich würden die Mütter stehen bleiben und ebenfalls Opfer der Bestien werden. Am Ende würden vielleicht sieben oder acht entkommen. Und dann? Auf der anderen Seite würden sie hier sicher alle zu Opfern werden. Aber, vielleicht war das auch Gottes Wille.

Angus O`Brien wischte sich den Schweiß mit dem Ärmel von der Stirn und drängte gleich darauf den einzigen nicht-chinesischen Angreifer mit quer gehaltener Flinte ein paar Meter weit zurück. Dabei passte er tunlichst auf, seine Finger nicht in die Nähe der auf und zu schnappenden Zähne zu bringen. Es war ganz eindeutig ein Weißer. Der Statur und der Kleidung nach eher ein Landvermesser als ein Bahn- oder Wanderarbeiter wie die Chinesen. Aber genau wie sie, schien er dem Wahnsinn anheim gefallen zu sein. Das Gesicht war geschwollen und die blonden Haare mit Blut verklebt. Die runde Nickelbrille hielt sich nur noch mit Mühe am rechten Ohr fest.

Auch wenn die Kerle nicht bewaffnet waren. Sie waren brandgefährlich. William Hayes hatte so etwas noch nie erlebt. In seiner alten Heimat Irland hatte er einen Herumtreiber erlebt, der von einem Fuchs gebissen worden war und daraufhin die Tollwut bekam. Der hatte zwar wie wild um sich geschlagen und beißen wollen. Aber der Constable hatte ihn mit einem einzigen wohl gezielten Schlag seines Stockes außer Gefecht gesetzt. Diese Kerle hier waren anders. Jeder hatte wenigstens eine Schrotladung im Leib, mehrere Schläge mit dem Gewehrkolben gegen den Kopf oder den Oberkörper und unzählige Tritte abbekommen. Und trotzdem ließen sie nicht locker.

Der dicke Chinese war das beste Beispiel. Er hatte ihn jetzt wenigstens ein Dutzend Mal mit dem Gewehrkolben am Kopf getroffen. Sein Gesicht war eine einzige schwärend blutige Masse. Das linke Auge hatte sich in Nichts aufgelöst und das andere schien beinahe aus dem Kopf zu fallen. Dennoch war er nach dem letzten Treffer nur zwei Meter zurückgetaumelt, schüttelte sich etwas und kam bereits wieder auf Hayes zu. All diese Überlegungen gingen William Hayes zum wiederholten Male durch den Kopf.

Vor schierer Verzweiflung brüllte Hayes laut auf, als er das Gewehr am Lauf fassend hoch über den Kopf schwang und es mit voller Wucht ein weiteres und vielleicht letztes Mal auf dessen Schädel niedersausen ließ. Wenn er nicht richtig traf, war es vorbei, dachte er noch. Dann zerplatzte der Schädel des Dicken, wie eine reife Melone die man fallen gelassen hatte. Der Schwung seines Hiebes ließ Wylie Hayes nach vorne in den Sand fallen und erschöpft liegen bleiben. Er schaute genau in das schmerzverzerrte und angsterfüllte Gesicht Finella Brennans. Auch sie lag am Boden. Einem der chinesischen Arbeiter war es gelungen an ihnen vorbei zu kommen und sie zu Boden zu reißen. Nun hockte er mit den Knien auf ihrem Rücken und beugte sich in diesem Moment zu ihr herab. Hayes, so erschöpft er auch war, mobilisierte Reserven, von denen er selbst nicht wusste, dass sie existierten. Er stemmte sich hoch und hechtete mehr als das er auch nur einen Schritt lief. Er packte den nackten Oberkörper des Chinesen und riss ihn von Finella herunter. Gleichzeitig spürte er, wie ihn ein siedend heißer Schmerz durch die Schulter fuhr. Der Kerl hatte ihn fast am Halsansatz gebissen. Einfach so.

Hayes rutschte auf seine Knie und fixierte die Arme seines Gegners unter sich. Dann begann er mit bloßen Fäusten auf sein Gesicht einzuschlagen. Wie ein Dampfhammer schlug er immer und immer wieder zu. Er hörte Knochen brechen. Ob es seine eigenen oder die seines Gegners waren, bekam er in seiner Raserei gar nicht mit. Irgendwann zerrte ihn jemand von dem leblosen Körper herunter und bettete seinen Kopf in einen weichen Schoß. Er meinte noch einen Schuss aus einem Revolver zu hören. Dann wurde ihm schwarz vor den Augen.

3

Verwundert betrachtete Masters, was sich in kaum zwanzig Yards Entfernung abspielte. Die beiden verbliebenen Männer des Trecks schwangen ihre Büchsen wie Knüppel und hielten die Angreifer damit auf Abstand zu den Frauen und den Kindern, die sich dicht an dicht unter dem Felssturz zusammen drängten. Aber die Angreifer waren nicht einmal bewaffnet. Wieso gelang es Wylie und Angus nicht mit ihnen kurzen Prozess zu machen? Eine Ahnung bekam er, als er Wylie den dicken Chinesen mit seinem Gewehrkolben treffen sah und dieser vollkommen unbeeindruckt sofort erneut auf ihn los ging.

»Entweder haben Wylie und Angus doch nicht so viel Kraft in ihren Armen wie sie immer behaupten. Oder die chinesischen Bastarde sind mit dem Teufel im Bunde.«

Masters hatte vor vielen Jahren aufgehört seine Pferde mit Sporen zu traktieren. In der Regel reichte ein Schnalzen, ein Pfiff oder das Zusammenpressen seiner Knie, um seinem Gefährten seine Absicht zu bekunden. Gerade Schnauffer hatte Gus Masters in dieser Hinsicht in den vergangenen beiden Jahren nie einen Anlass zur Sorge bereitet. Jetzt jedoch schien sich Schnauffer zu verweigern. Er tänzelte ein wenig zu Seite, machte aber keinerlei Anstalten der Aufforderung zu folgen.

»Herr im Himmel«, schimpfte Masters und schlug die Hacken auch ohne Sporen in die Weichteile des Pferdes. Endlich machte Schnauffer einen Satz nach vorne. Dann einen weiteren und endlich begann er zu galoppieren. Für die zwanzig Yards brauchten sie nur wenige Sekunden, dann befanden sie sich mitten unter den Angreifern. Wylie war gerade dabei einem weiteren Chinesen, diesmal mit den bloßen Fäusten, den Schädel zu zertrümmern. Die verbliebenen drei wandten sich dem schnaubenden Neuankömmling zu.

Als Masters in die verzerrten, blutunterlaufenen Augen der Verrückten sah, war er sich nicht mehr so sicher, ob das eine gute Idee war. Keiner von ihnen war ohne mehrere schwere Verletzungen, die einen normalen Menschen zu Boden geschickt hätte. Blutende Wunden an so ziemlich jedem Körperteil. Bei dem einen fehlte gar die ganze Hand. Nur den Stumpf reckte er dem Pferd entgegen.

Schnauffer scheute und stieg auf die Hinterläufe. Dabei schlug er mit den Vorderläufen wild aus und erwischte den vordersten am Hinterkopf. Der chinesische Junge, kaum älter als fünfzehn Jahre, viel unter dem Pferd auf sein Gesicht. Schnauffer kam wieder herunter und trat mit einem Huf genau auf den Kopf. Das hässliche Knacken war sogar über das Schnauben und Wiehern des Pferdes und die ängstlichen Schreie der Kinder hinweg zu hören.

Sofort keilte Schnauffer auch nach hinten hin aus. Einer der Angreifer bekam einen Hinterlauf des Pferdes mit voller Wucht gegen die Brust. Mehrere Yards weit flog der Mann nach hinten und krachte gegen die brüchige Felswand.

Am Ende blieb der Chinese, der nur noch eine Hand besaß. Er kam von der linken Seite auf ihn zu und streckte beide Arme nach Masters Oberschenkel aus.

Gus Masters hob seinen Revolver und zog mit dem Daumen den Hahn nach hinten. Dadurch drehte sich die Trommel mit den Patronen um eine Position weiter. Der Revolver den Gus Masters benutzte, war nur der Nachbau eines echten Colts von 1860. Es handelte sich dabei um die Konföderierten-Version mit Kaliber .36 anstatt .44. Sie besaß nicht die ganz die Durchschlagskraft und Reichweite wie das Original. Aber, die Waffe hatte ihm schon so oft gute Dienste geleistet, dass er sie im Leben nicht mehr gegen das Original eintauschen würde. Außerdem spielte das auf einen Meter Entfernung kaum eine Rolle.

Masters spürte beinahe, wie sich die nicht mehr existierende Hand des Chinesen auf seinen Oberschenkel zu legen schien. Schnauffer begann in diesem Augenblick erneut unruhig zu tänzeln und Masters hatte trotz der geringen Entfernung plötzlich doch Mühe den Revolver auf den Kopf des Chinesen zu richten. Zwei, drei Sekunden lang überlegte er, ob er Schnauffer mit den Zügeln nicht noch einmal im Kreis drehen lassen sollte und entschied sich dann doch dafür einfach abzudrücken.

Während des Bürgerkriegs gegen die Union hatte er viele Male gesehen, was Kugeln mit menschlichen Körpern anrichten konnten. Eine einzige Kugel aus einem Gewehr war in der Lage drei Körper zu durchschlagen und im vierten Mann stecken zu bleiben. Die Treibladung einer Pistolenkugel war dafür zu schwach. Zumindest aus größerer Entfernung. Aber bei nur zwanzig Inch, entfaltete auch eine Pistolenkugel eine Wirkung die vernichtender kaum sein konnte. Sie traf den Chinesen unterhalb des rechten Auges und hinterließ dort nur ein winzig kleines Loch. Gleichzeitig wurde dem bedauernswerten Mann der halbe Hinterkopf nahezu weggesprengt. Der Bereich hinter den beiden Ohren und vom Genick bis zum Ansatz des einen Fuß langen geflochtenen Zopfes, löste sich in einer Wolke aus Blut und Gehirnmasse auf. Der Mann erstarrte auf der Stelle; wurde nicht einmal zurückgeworfen. Mit halb erhobenen Armen fiel er einfach nach hinten um. Die Augen blieben weit aufgerissen und starrten nun leblos in den blauen Himmel.

Gus Masters stieg von Schnauffer herab, behielt aber die Zügel fest in der Hand. Das Risiko ihn nun frei herumlaufen zu lassen, wollte er nicht eingehen. Nur für den Fall, dass sein treuer Gefährte auf den Gedanken kommen würde auch jetzt noch das Weite suchen zu wollen.

»Mister Masters. Bei Gott, was sind wir froh, dass sie uns noch rechtzeitig gefunden haben.« Finella Brennan war so etwas wie die Chefin des Trecks. Trotz ihres fortgeschrittenen Alters war sie schlank und attraktiv genug, dass sich Gus Masters hin und wieder so manchen Gedanken selber verbieten musste. Würde er ihnen nachgeben, da war er sich sicher, wäre eine blutige Nase noch sein geringstes Problem. Was sie sagte, war allen ein Befehl. Und wenn er auf die Idee kommen würde, sich in irgendeiner Form an sie heran zu machen, hätte er wohl schlechte Karten gehabt, dachte er belustigt. Wie die anderen vierzehn Frauen auch, war sie auf dem Weg nach Oregon-City um nach Jahren endlich ihren Mann wiederzutreffen. Dabei wurde sie von den drei Männern Pat Kinney, Angus O`Brien und Wylie Hayes unterstützt. Die restlichen dreizehn Schützlinge waren Kinder im Alter zwischen sieben und fünfzehn Jahre Acht Jungs und fünf Mädchen.

Gus Masters war von den Iren in St. Louis angeheuert worden, sie nach Oregon-City zu bringen. Sechshundert Dollar waren dafür vereinbart und von den Männern bei einer Bank hinterlegt worden. Eine Vorgehensweise die beiden Parteien zugute kam. Er konnte sich sicher sein bezahlt zu werden, wenn er seine Schützlinge wohlbehalten abgeliefert haben würde.

Solche Jobs wurden mittlerweile immer rarer. Die Zeit der großen Siedlertrecks war vorbei. Alle Welt wartete darauf das in diesem oder nächsten Jahr die Transkontinentale Eisenbahn fertiggestellt sein würde. Das reduzierte nicht nur die Reisezeit von siebzig bis hundert Tagen auf gerade einmal eine Woche. Es war einfach sehr viel sicherer und trotz, wie man vernehmen konnte, exorbitanter Billet-Preise, um einiges billiger. Abgesehen von seinem Lohn kam man durch Gespanne, Verpflegung und sonstige Kosten, auf gut und gerne zweihundert Dollar pro Person. Bei fast dreißig Personen mussten die Männer für diesen Treck also nahezu sechstausend Dollar aufbringen.

»Keine Ursache, Maʼam.« Masters nahm seinen Hut vom Kopf und drehte ihn verlegen an der Krempe. »Es tut mir schrecklich leid, was passiert ist. Aber so etwas habe ich noch nie erlebt.«

»Ich … wir machen ihnen keinen Vorwurf, Mister Masters. Diese Männer waren augenscheinlich wahnsinnig. Waren sie bei den Planwagen? Hat Patrick sie hier her geschickt?«

»Hat er.« Masters vermied es, sie sofort mit der nächsten Hiobsbotschaft zu belästigen. Wie es um ihren Neffen stand, würde sie noch früh genug erfahren. »Wir sollten uns von hier verdrücken, Ma’am. Wer weiß, ob es nicht noch mehr von denen gibt.«

Der spitze Schrei eines der jüngeren Mädchen ließ alle herumfahren. Der britisch aussehende Kerl, den Schnauffer mit seinen Hinterläufen gegen die Wand geschleudert hatte, war weniger tot als alle geglaubt hatten. Weniger Tot. Tot aber nicht ganz. Untot. Masters fand seine gedankliche Formulierung ganz passend. Bei allem, was jeder der Verrückten hatte einstecken müssen, wäre jeder normale Mensch längst gestorben. Diese Kerle hielt irgend etwas unnormales am Leben. Was das war, spielte im Moment weniger eine Rolle. Im Laufen zog er sein Bowie-Messer. Der Untote lag auf dem Rücken und eine Hand hatte das lange rote Haar des Mädchens gepackt. Verzweifelt versuchte nicht von ihm zu Boden gezerrt zu werden. Wahrscheinlich hatte sie sich neugierig über den vermeintlich Toten gebeugt. Jetzt schrie sie wie am Spieß.

Gus Masters brauchte nur wenige Sekunden bis zu dem ungleichen Paar. Mit einem einzigen Hieb hackte er dem Briten die Hand ab. Schwarzes dickes Blut ergoss sich für ein paar Sekunden aus dem Stumpf. Das Mädchen rannte schreiend zu ihrer Mutter. Die abgetrennte Hand hing ihr immer noch im Haar und schlug während des Rennens mehrfach gegen ihren Rücken. Etwas, was nicht gerade dazu beitrug sie wieder zu beruhigen.

Martin starrte angewidert auf den Kerl zu seinen Füßen. Das ihm nun eine Hand fehlte, schien ihn nicht sonderlich zu beeindrucken. Selbst mit dem Armstumpf versuchte er eines der Beine des Scouts zu erwischen. Aber, während seine Arme wild herum ruderten, blieb sein Unterkörper vollkommen steif.

»Da hast du dir wohl das Rückgrat gebrochen, Freundchen.« Der Mann hatte am ganzen Körper Wunden. Seine Kleidung war an vielen Stellen eingerissen und getränkt von jenem schwarzen Blut, dass Masters beobachtet hatte. Die Wunde an seinem Arm sah schrecklich aus, hatte sich aber bereits komplett verschlossen. Zumindest blutete er nicht mehr.

»Wir sollten dich mit nach Gumble nehmen. Das glaubt uns ja sonst kein Mensch«, murmelte Masters.

»Gumble? Hatten sie nicht gesagt, dass wir den Ort auslassen sollten? Zuviel Gesindel?«

»Hatte ich gesagt, Ma’am. Aber, dort gibt es einen Doktor, einen Sheriff und einen Saloon. In der Reihenfolge.«

Finella Brennan schnaubte entrüstet bei dem Gedanken, dass es ihren Führer nach einem Whiskey gelüstete. Aber zumindest hatte er seine Gelüste erst an die dritte Stelle gesetzt.

Während Gus Masters den Briten mit einem Lasso vom Sattel seines Pferdes ordentlich verpackte und dabei aufpasste das ihn der Kerl nicht zu packen bekam, begannen die Frauen die Leichen der Chinesen mit Sand und Steinen zu bedecken.

»Ein ordentliches Begräbnis wäre wohl angemessener«, kommentierte Fienella Brennan den irritierten Blick ihrers Scouts. »Aber ich vermute, dass wir etwas eilig haben.«

Masters nickte und dachte an Pat Kinney bei den Planwagen. Ein paar der Frauen waren mit den kleinen Kindern voraus gegangen und würden sich, falls er noch lebte, um ihn kümmern. Falls nicht, würden sie sich sicherlich mehr Zeit nehmen müssen.

Sternenreich – Ausblicke

Gestern habe ich die ersten drei Seiten zu Band 2 von »Sternenreich – Die letzte Kaiserin« geschrieben. Moment mal, Band 2? Und was ist mit Band 1? Yepp. Für den habe ich dann heute die ersten drei Seiten geschrieben. Den ersten Teil erachte ich eher als Pflichtaufgabe und mich juckte es einfach in den Fingern doch endlich den eigentlichen Handlungsfaden der 2.Staffel zu beginnen. Keine Ahnung, ob ich die beiden Bände weiterhin abwechselnd vorantreibe. Ich weiß auch noch nicht, ob es wieder 6 Bände oder sogar mehr werden. Stoff genug gibt die Handlung hoffentlich her. Durchgeplottet habe ich jetzt etwa für wenigstens drei Teile, ohne auch nur annähernd das Ende zu sehen.

Auf jeden Fall werde ich Teil 1 und Teil 2 erst fertig schreiben, bevor ich mich auf einen Termin festlege. Nichtsdestotrotz habe ich März/April des nächsten Jahres angedacht. Das hängt am Ende vom Umfang der einzelnen Teile ab, der auf jeden Fall noch einmal größer sein wird als bei der ersten Staffel. Ich gehe in etwa von 200 Seiten je Band aus. (Mir wird ganz schlecht, wenn ich das mit sechs Teilen multipliziere.)


Leseprobe Band 2 :
Es gab keinen Knall, keinen Blitz oder eine andere Leuchterscheinung, die mit ihrem Erscheinen einherging. Es war eher ein sanftes hereingleiten in die Realität. Niemand bemerkte die Ankunft der fünf Besucher, dabei zeugte der Straßenlärm am Ende der schmalen Gasse kaum zwanzig Meter von ihnen entfernt davon, dass sie keineswegs in der einsamen Wildnis gelandet waren. Verwirrt gingen die Blicke an den senkrecht aufragenden Backsteinwänden empor, an denen merkwürdige Metalltreppen im ersten Stock abrupt endeten. Die wenigen Fenster zu ebener Erde waren mit massiven Metallgittern gesichert. Das Fensterglas hinter den Gittern war entweder verklebt oder so schmutzig, dass man keinen Blick hineinwerfen konnte. Zu beiden Seiten der Gasse standen große Metallkisten auf Rollen. Und es stank entsetzlich. Alle fünf rümpften angewidert ihre Nasen.

Books On Demand – Bücher auf Abruf

Naja, so richtig klappen tut das nicht wirklich bei BoD. Zumindest im Moment, würde ich BoD am liebsten Links liegen lassen (um nicht zu sagen, auf den Mond schießen). Vielleicht sind andere mit deren Dienstleistung ja hoch zufrieden. Ich bin es jedenfalls nicht.

Sich über 30 Tage Zeit zu lassen, bis ein Titel bereit für die Onlineshops ist, geht gar nicht. Jede Werbemaßnahme, jede Unterstützung durch die Kostenlos-Aktion von Band 1 als erweiterte Leseprobe die ich gemacht habe, verpufft im Nichts. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich die Aktion natürlich zurückhalten können. Aber, wer ahnt denn so was. Das Versprechen, wonach die eBook-Version nun endlich am Mittwoch Online gehen würde, war auch wertlos. Zur Erinnerung: Heute ist Donnerstag und noch immer ist nichts zu sehen.

Auch die Print-Neuausgabe von Eine zweite Chance findet sich nach einer Woche immer noch nicht einmal im BoD-Shop. Das eBook habe ich, auch in Hinsicht auf die bereits vorliegenden Rezensionen, wohlweisslich bei Amazon belassen.

Hinzu kommt, dass dem vernehmen nach alle eBook-Verkäufe erst im übernächsten Monat sichtbar sein werden, ich bis dahin also keinen blassen Schimmer habe »was geht?«. Für einen Statistik-Freak, wie meiner einer, also ein Horror-Szenario.

Vielleicht bin ich von Amazon-Kdp auch einfach zu sehr verwöhnt. Aber da waren alle meine Titel bereits am nächsten Tag bestellbar und vor allem, SOFORT lieferbar. Die Verkäufe wurden nach ein bis zwei Stunden angezeigt und hatten Einfluss auf die Ranglisten.

Auf der anderen Seite ist, von dem fast einem Dutzend verkauften Taschenbüchern der Gesamtausgabe von STERNENREICH, nur ein einziges über Amazon gekauft worden. Alle anderen über Hugendubel & Co. Wo genau, das lässt sich ja leider nicht herausfinden.

Weil ich bei Zombicalypse vor allem auf die eBook-Verkäufe und einen recht hohem Rang in seiner Kategorie schiele, wird dieser deshalb, oder auch trotzdem, wieder ausschließlich über AMAZON verfügbar sein. Bei BoD hätte ich nach dem aktuellen Stand, kaum eine Chance darauf, dass er bis Weihnachten verfügbar wäre.
Was ich mit meinen nächsten Titeln in 2018 dann anstellen werde, hängt davon ab, wie sich die Verkaufszahlen für die Print u eBook-Version von Sternenreich und Eine zweite Chance entwickeln. Aber, um die Nachteile auszubügeln, muß schon einiges an Stückzahlen verkauft werden.

Update vom 26.11.2017: Noch immer nix zu sehen von der eBook-Version. Die Print-Version von „Eine zweite Chance“ hat es dafür bereits bis zu Amazon geschafft. Wenn auch im Moment noch ohne Cover.

Book on Demand

Seit fast zwei Jahren veröffentliche ich meine Bücher ja immer über Amazon KDP, was immer wirklich kinderleicht zu realisieren war. Auch, wenn ich von epubli zuvor schwer verwöhnt war.

Da aber immer wieder alle von BoD reden und die Bindung an Amazon mir reine ganze Menge potentieller Leserschaft vorenthält, habe ich mir gedacht, dass ich die sechs STERNENREICH-Romane doch einfach zu einem Buch zusammenfasse und es dort als ganzes noch einmal veröffentliche. Damit wäre der Titel dann auch über den normalen Buchhandel zu erwerben.

Dafür habe ich nicht wie bei den Sammelbänden einfach nur alle Teile lieblos zusammengekleistert, sondern habe jene Stellen die zu eindeutig einfach nur Wiederholungen waren raus gestrichen und einige Passagen umformuliert. Das macht den Text etwas homogener.

Wenn man BoD begriffen hat, mag das auch alles logisch und einfach sein. Und BoD ist auch nicht an allem Schuld, was sich vor mir die letzten beiden Tage an Hürden aufgetürmt hatte. Aber bequem ist das Abarbeiten der einzelnen Punkte irgendwie nicht.

Kommt noch hinzu, dass bis zur Veröffentlichung, laut Kommentaren anderer Autoren, auch schon mal ein bis zwei Wochen vergehen können. Wenn das eine echte Neuerscheinung wäre, könnte ich jetzt angepisst sein.

Egal. Irgendwann in der nächsten Zeit wird also die STERNENREICH-Gesamtausgabe, als Print für 13,99€ (412 Seiten) und als eBook für 5,99€, außer bei AMAZON auch bei allen anderen üblichen Online Stores zu finden sowie über den regulären Buchhandel bestellbar sein.

Das geniale Cover stammt übrigens von Magical Cover Design.

Vermutlich werde ich trotzdem die Neuveröffentlichung von »NEOCHRON Band 1 Eine zweite Chance« etwa Mitte November ebenfalls über BoD machen. Ganz einfach, weil ich mir über den Buchhandel eine breitere Leserschicht erhoffe.

STERNENREICH-Sammelbände

Ich freue mich natürlich über jeden verkauften Roman. Dennoch will ich noch einmal auf die Sammelbände der STERNEREICH -Reihe aufmerksam machen, die den Kauf der Einzelbände überflüssig machen würden.

Sternenreich – Rebellen des Imperiums: Sammelband 1

Sternenreich – Rebellen des Imperiums: Sammelband 2

 

Statusbericht I

Bis jetzt hat die wirklich lesenswerte Rezension, für Band 6 von STERNENREICH – Rebellen des Imperiums, einer meiner größten Fans ja überlebt. Und das, obwohl ihre ersten fünf Rezensionen von Amazon, wohl wegen des allzu starken Werbecharakters, gelöscht worden sind. Dabei waren sie einfach nur überschwänglich positiv.

Schade eigentlich. Hätte es doch die Rezensions-Rate von 1,3% auf 1,7% erhöht. *Ironie Off*

Nein. Schlimm ist das sicherlich nicht. Nur ärgerlich und vielleicht schlecht für das Ego.

Gut für das Ego sind dagegen die Verkaufszahlen für »GOA«. Da rechne ich bis zum Monatsende, genau wie bei »Exil«, mit etwa 120 Verkäufen, was zumindest die Kosten wieder fast hereinbringt.

Natürlich nehmen die Zahlen von Band zu Band etwas ab. Nicht jeder Leser des ersten Bandes kauft auch Band 2. Und die folgenden natürlich schon Mal gar nicht. Wer es aber bis Band 3 geschafft hat, wird sich vermutlich auch die folgenden zulegen. Und das sind immerhin bisher über 250 Leser. Insgesamt sind von den sechs STERNENREICH-Bänden jetzt über 1460 Stück gekauft/gelesen worden.

Das verschafft mir Luft und Lust endlich meinem Erstling, »NEOCHRON – Eine zweite Chance«, ein anständiges Korrektorat verpassen zu lassen. Wegen Termindruck bei Libri Melior, wird er aber nicht vor Mitte/Ende Oktober fertig sein.

Ansonsten habe ich heute versucht meine Autorenseite etwas auf Vordermann zu bringen. Das meiste davon ist dabei unter der Haube passiert. Zum Beispiel habe ich einen Facebook-Pixel installiert, von dem ich immer noch nicht weiß, wie genau ich ihn einsetzen kann. Und ich habe etwas mit den Themes herumgespielt. Nur falls sich jemand gewundert haben sollte, warum die Seite kurzzeitig so anders ausgesehen hat. Aber auch die Bibliographie für die STERNENREICH-Reihe hat ein Update bekommen.

Zombiecalypse kommt gut voran. Ich freue mich schon heute Abend zwei weitere Kapitel fertig zu bekommen. Das flutscht im Moment.

Und als krönenden Abschluß des Tages, habe ich heute von einem Kunden knapp 30 Bücher geschenkt bekommen, die sich wunderbar in meiner Sammlung machen werden.freu

 

#Kindlestoryteller2017

Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt und nur Versuch macht klug, sagt man ja im Allgemeinen. Und da gleich drei Titel von Sternenreich – Rebellen des Imperiums für eine Teilnahme am #Kindlestoryteller2017 in Frage kommen, habe ich REBELLION, EXIL und GOA auch einfach Mal eingereicht.
Wirkliche Chancen rechne ich mir eher nicht aus. Dazu müsste ich wohl sehr viel besser vernetzt sein. All jene, die bereits in den letzten Jahren daran teilgenommen haben, wissen wie der Hase läuft. Mir als Neuling dürfte es schwer fallen, aus der Masse der Teilnehmer heraus zu stechen, um überhaupt Beachtung zu finden. Diesen Post kann man durchaus als einen ersten Versuch in diese Richtung sehen.
Außerdem handelt es sich bei den dreien ja um die Teile vier, fünf und sechs einer Serie. Einem Juror dürfte bei einer Beurteilung schlicht der Zusammenhang fehlen.
Dennoch. Schon auf eine LONGLIST zu kommen, sprich irgendwo von AMAZON erwähnt zu werden, wäre ein Erfolg. Deshalb dürfen alle diesen Beitrag natürlich gerne ganz oft teilen, mit »Gefällt mir« markieren und nicht zu vergessen, auf AMAZON ein paar Sterne und eine Rezension abliefern. Der Einfachheit halber, habe ich die Affilinet-Links auf die Cover gelegt.
Das soll natürlich kein Aufruf für eine Gefälligkeits-Rezensionen sein. Eine ehrliche Meinung ist mir lieber!

Sternenreich Band 6 – Goa

Band 6, der letzte Teil von STERNENREICH – Rebellen des Imperiums, ist Online. Ich durfte zwar, auf anraten meiner Lektorin Janine Weyer vom Libri Melior Lektorat, noch einmal gewaltig nacharbeiten. Aber letztendlich ist die Geschichte um Tanjatabata Penelopa deTiera und ihre Freunde zu einem runden Ende gekommen.

Wobei nicht erst die liebe Janine mir den Floh ins Ohr gesetzt hat, dass die Geschichte geradezu nach einer Fortsetzung schreit. Wenn also tatsächlich irgendwann STERNENREPUBLIK – Macht des Imperiums (oder so ähnlich) kommen sollte, sage ich natürlich rechtzeitig Bescheid. Auf jeden Fall werde ich da erst ein paar Bände vorproduzieren, bevor der erste Online geht. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

Jetzt kann ich erst einmal mit Volldampf an ZOMBIECALYPSE weitermachen.