Gus Masters – Zombiekiller

Ich weiß, ich hatte gesagt, dass ich mich um die Fortsetzung von STERNENREICH kümmern würde. Aber, der Erfolg von ZOMBIECALYPSE hat mich doch sehr überrascht. So sehr, dass ich schleunigst einen weiteren Roman aus diesem Genre nachlegen will. Der vorläufige Titel lautet im Moment »GUS MASTERS – Zombiekiller« und wird ein merkwürdiger Genremix aus Western, Endzeitthriller und SF mit einem sehr überraschenden Ende sein. Das Ende ist dabei so geplant, dass man daraus problemlos eine Reihe gestalten wird können. Nur soviel, das Western-Setting ist nicht das Ende. 😉

Für einen kleinen Einblick präsentiere ich hier einmal die ersten drei Kapitel. Unbearbeitet, roh und nicht lektoriert. Vielleicht fühlt sich der eine oder andere ja dazu berufen, mir seine Meinung dazu kundzutun.

1

Gus Masters stützte den Unterarm auf den Sattelknauf und fixierte argwöhnisch seinen aus sechs Planwagen bestehenden Treck. Die Planwagen standen etwas verstreut und zum Teil auch nebeneinander, anstatt in einer Reihe mit gleichem Abstand. Die Pferde knabberten zwar friedlich an den spärlichen Grasbüscheln, aber ansonsten war weit und breit keine Menschenseele zu sehen.

Von der Anhöhe, auf der er seinen Quarter Horse Rappen zum Halten gebracht hatte, bis hinunter zu der ausgefahrenen Spur des Oregon-Trails, mochten es zwar an die zweihundert Yards sein. Aber, außer ein paar Präriebüschen gab es nicht viel, was die Sicht behinderte. Noch war das Ende der Great Plains einige Meilen entfernt.

»Da stimmt irgend etwas nicht, Schnauffer«, murmelte er seinem schwarzen Pferd ins Ohr und tätschelte ihm den Hals. »Da stimmt etwas ganz und gar nicht.«

Wie zur Bestätigung blies Schnauffer mehrmals kräftig durch die Nüstern, wieherte leise und nickte mit dem riesigen Kopf. Zusätzlich tänzelte er unruhig rück- und seitwärts. Ein deutlicheres Zeichen dafür, dass auch dem Pferd die Situation nicht geheuer war, konnte sich Masters kaum vorstellen.

Gus Masters hatte ein paar Meilen voraus reiten wollen, um die Gegend auszukundschaften. Als er die beiden Büchsen der Siedler hatte donnern hören, war er jedoch sofort umgekehrt. Das war vor kaum zehn Minuten gewesen.

»Wenn wir hier oben bleiben, werden wir den Grund für die Schüsse wohl nicht erfahren, Schnauffer.« Masters schnalzte mit der Zunge und drückte sanft die Knie zusammen. Schnauffer zierte sich zunächst etwas, ließ sich dann aber doch den Hang des Hügels hinunter steuern.

Die Stille wurde nur durch das leise schnauben des Pferdes und das herabrutschende Geröll durchbrochen. Fünfzig Yards vor dem vordersten Gespann erreichten sie den Pfad und Gus Masters zog seinen Colt. Er versteckte den langen Lauf unter seinem Mantel und ließ Schnauffer gemächlich auf den vordersten Wagen zu traben. Die vier Pferde im Geschirr des Planwagens hatten ihn nach links von der Straße gezogen und quergestellt. Damit verdeckte er komplett das, was dahinter lag und zwang Masters sein Pferd vor dem Gespann herumzuführen.

Er war sich nicht sicher, was er erwartete vorzufinden. Ihm sträubten sich die Nackenhaare bei dem Gedanken auf einen Haufen Leichen zu treffen, falls die Sioux auf dem Kriegspfad wären. Aber eigentlich war dafür viel zu wenig Zeit gewesen. Er ließ Schnauffer vor dem Führungspferd des Gespannes stoppen und beugte sich nach vorn um an den Pferden und dem Wagen entlang sehen zu können.

Dort im Schatten saß Pat Kinney mit dem Rücken gegen die Speichen des rechten Vorderrads gelehnt. Ein Fuß angewinkelt und den Kopf gegen die Speichen gelehnt sah es so aus, als döse er vor sich hin.

»Pat«, sprach Masters den vollbärtigen Iren an, doch der Mann rührte sich nicht. Ohne ihn oder die Umgebung aus den Augen zu lassen hob er sein rechtes Bein über die Ohren seines Pferdes hinweg und ließ sich aus dem Sattel zu Boden gleiten. Seine Revolver-Hand hielt er dabei ständig unter dem Mantel versteckt. Am Zügel führte er Schnauffer hinter sich her und trat an den Siedler, der im Prinzip einer seiner Arbeitgeber war, heran. Kinney hatte die Augen geschlossen, aber seine Brust hob und senkte sich. Er war also noch am Leben.

»Pat. Aufwachen. Wachen Sie auf. Was ist hier passiert? Wo sind die anderen?« Masters war vor dem Iren in die Hocke gegangen und drehte mit der linken den Kopf in seine Richtung. Gus Masters hatte in seinen zweiundvierzig Lebensjahren schon so etliche Wunden und Verwundungen gesehen. Nicht zuletzt als er auf Seiten der Konföderierten mit General Lee gegen die Yankees gekämpft hatte. Das viele Blut auf der rechten Seite des Mannes, schockierte ihn deshalb kaum. Einzig die Tatsache an sich und der Umstand des Verschwindens seiner anderen achtundzwanzig Schutzbefohlenen bereitete ihm Unbehagen. Kinney sah aus, als wäre er von der Pranke eines Grizzly getroffen worden. Seine rechte Gesichtshälfte war eine einzige blutige Masse. Das Ohr fehlte gänzlich und Kopf und Barthaar war auf dieser Seite nass von Blut. Masters hatte viel Erfahrung mit der Beurteilung von Wunden und auch, wenn der Siedler im Moment noch am Leben war, hielt er es für unwahrscheinlich, dass er diesen Zustand noch lange beibehalten konnte.

Schnauffer scharrte hinter ihm unruhig mit den Hufen und zerrte am Zügel. Der Geruch des Blutes war dem Pferd nicht geheuer. Masters wollte sich gerade aufrichten, um sich weiter umzusehen, als Pat Kinney plötzlich die Augen aufschlug. Trotz der Schmerzen die der Mann gerade durchlitt gelang es ihm den linken Arm zu heben und an Masters vorbei, in Richtung der Hügel auf der rechten Seite des Pfades zu zeigen. Dazu mühte er sich zwar Worte hervorzubringen. Aber viel mehr als ein Stöhnen kam nicht dabei heraus.

Master drückte sanft seine Hand herunter.

»Ich kümmere mich um deine Leute. Versprochen. Und dann bringen wir dich nach Gumble. Das ist nicht weit entfernt. Dort gibt es einen Doc, der dich wieder auf die Beine bringt.« Gus Masters war sich ziemlich sicher, dass Pat Kinney die nächste halbe Stunde nicht überleben würde. Aber, sollte er ihm das sagen? Wohl kaum. Vielleicht mobilisierte der Ire für diese Hoffnung ja noch seine letzten Kräfte. Und wer wusste schon was der Schöpfer von Himmel und Erde noch für Wunder bereit hielt. Viel wichtiger als das war aber, dass diese verdammten Iren einfach hart im Nehmen waren.

Masters stand auf, steckte seinen Colt in das Holster und schwang sich mit einer eleganten Bewegung in den Sattel. Dann zog er den Zügel hart nach links und ließ Schnauffer aus dem Stand in einen schnellen Galopp gehen. Die Hügel vor ihm waren klein, aber es wäre dennoch zu beschwerlich gewesen sie zu überqueren. Deshalb umrundete er sie und fand sich unversehens in einer völlig anderen Landschaft wieder. Vor ihm senkte sich der Boden ein paar Meter und rechts und links erhoben sich plötzlich senkrecht die Reste eines alten tiefen Flussbettes. Auch, wenn sie durch Wind und Wetter mittlerweile alle denselben Farbton besaßen, waren doch deutlich die Gesteinsschichten zu erkennen. Nach kaum dreißig Yards vollzog das Flussbett eine scharfe Biegung nach rechts.

Kaum hatte Masters die erste Biegung des Flussbettes hinter sich gebracht, konnte er das laute Brüllen von Männerstimmen und spitze Schreie von Frauen und Kindern ausmachen. Offensichtlich näherte er sich seinen Leuten. Noch vor der nächsten Biegung scheute Schnauffer plötzlich vor zwei leblosen Körpern am Boden. Der Kleidung und Statur nach gehörten sie aber nicht zu den Siedlern die er im Begriff gewesen war von St.Louis bis nach Oregon City zu führen. Obwohl sie barfuß und mit freiem Oberkörper den Eindruck von Indianern machten, hielt er sie eher für Chinesen. Beide hatten lange Zöpfe und neben dem einen lag dieser typische, aus Stroh geflochtene, kegelförmige Hut. Vermutlich Arbeiter von einer in der Nähe gelegenen Eisenbahnstrecke, die im Moment im gesamten Nordwesten verlegt wurden. Beiden war der Schädel zertrümmert worden.

Widerwillig gehorchte sein Pferd, als er es um die Leichen herum dirigierte. Gus Masters war nicht zweiundvierzig Jahre alt geworden, weil er ohne Nachzudenken mit einem Hurra auf den Lippen in jede Schlacht zog. Sein eigener Selbsterhaltungstrieb ließ ihn an der nächsten Biegung sein Pferd abbremsen und erneut seinen Revolver aus dem Holster ziehen. Erst dann ließ er Schnauffer eher gemächlich um die vermeintlich letzte Biegung schreiten.

2

»Wylie, pass auf.« Auf Finella Brennans Warnruf hin ließ William »Wylie« Hayes den Kolben seiner Doppelbüchse nach links schwingen. Ohne hinzusehen, geschweige denn anständig zu zielen auf was er einzuschlagen gedachte, traf der Hartholzgriff seines Gewehrs den Schädel des dicken chinesischen Wanderarbeiters an der Schläfe. Erschöpft ließ Hayes das Gewehr in den feinen Sand sinken um sich vielleicht für ein paar Sekunden darauf aufstützen zu können. Gleichwohl wusste er aber auch, dass er diese Sekunden gar nicht hatte. Aber er war am Ende seiner Kräfte. Genauso wie Angus rechts neben ihm.

Die doppelläufigen Schrotflinten waren mittlerweile fast wertlos und nur noch als Prügel zu gebrauchen. Niemand hatte daran gedacht sich mit ausreichend Munition zu versorgen, als die Angreifer über sie hergefallen waren. Ganz davon abgesehen, dass die Schrotladungen nahezu wirkungslos verpufft waren. Genau wie sein Schlag mit dem Gewehrkolben, den der Chinese nahezu unbeeindruckt weggesteckt hatte, waren die Angreifer, mit fast nichts was sie taten, abzuwehren. Von den sieben ursprünglichen Gestalten hatten sie bislang ganze zwei ausgeschaltet, indem sie ihnen irgendwie die Schädel zertrümmert hatten.

»Heiliger Gott, heiliger starker Gott, heiliger unsterblicher Gott, hab Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt«, hörte er die Frauen hinter sich murmeln. Einige waren mit geschlossenen Augen auf die Knie gesunken und rezitierten mit ihren Rosenkränzen Psalme. Andere dagegen wandten weinend dem Grauen den Rücken zu und hielten schützend ihre Kinder fest umklammert.

Einen weiteren Ausweg gab es nicht mehr. Der kleine Canyon war vor langer Zeit an dieser Stelle zusammengebrochen und der Schutt versperrte ihnen den weiteren Fluchtweg. Sie saßen in der Falle.

»Wir könnten jetzt alle zusammen versuchen durch sie hindurch zurück zu den Wagen zu laufen«, schnaufte Angus O`Brien. Hayes schüttelte kraftlos den Kopf. Sie würden keine zehn Meter weit kommen und vor allem die Kinder verlieren. Natürlich würden die Mütter stehen bleiben und ebenfalls Opfer der Bestien werden. Am Ende würden vielleicht sieben oder acht entkommen. Und dann? Auf der anderen Seite würden sie hier sicher alle zu Opfern werden. Aber, vielleicht war das auch Gottes Wille.

Angus O`Brien wischte sich den Schweiß mit dem Ärmel von der Stirn und drängte gleich darauf den einzigen nicht-chinesischen Angreifer mit quer gehaltener Flinte ein paar Meter weit zurück. Dabei passte er tunlichst auf, seine Finger nicht in die Nähe der auf und zu schnappenden Zähne zu bringen. Es war ganz eindeutig ein Weißer. Der Statur und der Kleidung nach eher ein Landvermesser als ein Bahn- oder Wanderarbeiter wie die Chinesen. Aber genau wie sie, schien er dem Wahnsinn anheim gefallen zu sein. Das Gesicht war geschwollen und die blonden Haare mit Blut verklebt. Die runde Nickelbrille hielt sich nur noch mit Mühe am rechten Ohr fest.

Auch wenn die Kerle nicht bewaffnet waren. Sie waren brandgefährlich. William Hayes hatte so etwas noch nie erlebt. In seiner alten Heimat Irland hatte er einen Herumtreiber erlebt, der von einem Fuchs gebissen worden war und daraufhin die Tollwut bekam. Der hatte zwar wie wild um sich geschlagen und beißen wollen. Aber der Constable hatte ihn mit einem einzigen wohl gezielten Schlag seines Stockes außer Gefecht gesetzt. Diese Kerle hier waren anders. Jeder hatte wenigstens eine Schrotladung im Leib, mehrere Schläge mit dem Gewehrkolben gegen den Kopf oder den Oberkörper und unzählige Tritte abbekommen. Und trotzdem ließen sie nicht locker.

Der dicke Chinese war das beste Beispiel. Er hatte ihn jetzt wenigstens ein Dutzend Mal mit dem Gewehrkolben am Kopf getroffen. Sein Gesicht war eine einzige schwärend blutige Masse. Das linke Auge hatte sich in Nichts aufgelöst und das andere schien beinahe aus dem Kopf zu fallen. Dennoch war er nach dem letzten Treffer nur zwei Meter zurückgetaumelt, schüttelte sich etwas und kam bereits wieder auf Hayes zu. All diese Überlegungen gingen William Hayes zum wiederholten Male durch den Kopf.

Vor schierer Verzweiflung brüllte Hayes laut auf, als er das Gewehr am Lauf fassend hoch über den Kopf schwang und es mit voller Wucht ein weiteres und vielleicht letztes Mal auf dessen Schädel niedersausen ließ. Wenn er nicht richtig traf, war es vorbei, dachte er noch. Dann zerplatzte der Schädel des Dicken, wie eine reife Melone die man fallen gelassen hatte. Der Schwung seines Hiebes ließ Wylie Hayes nach vorne in den Sand fallen und erschöpft liegen bleiben. Er schaute genau in das schmerzverzerrte und angsterfüllte Gesicht Finella Brennans. Auch sie lag am Boden. Einem der chinesischen Arbeiter war es gelungen an ihnen vorbei zu kommen und sie zu Boden zu reißen. Nun hockte er mit den Knien auf ihrem Rücken und beugte sich in diesem Moment zu ihr herab. Hayes, so erschöpft er auch war, mobilisierte Reserven, von denen er selbst nicht wusste, dass sie existierten. Er stemmte sich hoch und hechtete mehr als das er auch nur einen Schritt lief. Er packte den nackten Oberkörper des Chinesen und riss ihn von Finella herunter. Gleichzeitig spürte er, wie ihn ein siedend heißer Schmerz durch die Schulter fuhr. Der Kerl hatte ihn fast am Halsansatz gebissen. Einfach so.

Hayes rutschte auf seine Knie und fixierte die Arme seines Gegners unter sich. Dann begann er mit bloßen Fäusten auf sein Gesicht einzuschlagen. Wie ein Dampfhammer schlug er immer und immer wieder zu. Er hörte Knochen brechen. Ob es seine eigenen oder die seines Gegners waren, bekam er in seiner Raserei gar nicht mit. Irgendwann zerrte ihn jemand von dem leblosen Körper herunter und bettete seinen Kopf in einen weichen Schoß. Er meinte noch einen Schuss aus einem Revolver zu hören. Dann wurde ihm schwarz vor den Augen.

3

Verwundert betrachtete Masters, was sich in kaum zwanzig Yards Entfernung abspielte. Die beiden verbliebenen Männer des Trecks schwangen ihre Büchsen wie Knüppel und hielten die Angreifer damit auf Abstand zu den Frauen und den Kindern, die sich dicht an dicht unter dem Felssturz zusammen drängten. Aber die Angreifer waren nicht einmal bewaffnet. Wieso gelang es Wylie und Angus nicht mit ihnen kurzen Prozess zu machen? Eine Ahnung bekam er, als er Wylie den dicken Chinesen mit seinem Gewehrkolben treffen sah und dieser vollkommen unbeeindruckt sofort erneut auf ihn los ging.

»Entweder haben Wylie und Angus doch nicht so viel Kraft in ihren Armen wie sie immer behaupten. Oder die chinesischen Bastarde sind mit dem Teufel im Bunde.«

Masters hatte vor vielen Jahren aufgehört seine Pferde mit Sporen zu traktieren. In der Regel reichte ein Schnalzen, ein Pfiff oder das Zusammenpressen seiner Knie, um seinem Gefährten seine Absicht zu bekunden. Gerade Schnauffer hatte Gus Masters in dieser Hinsicht in den vergangenen beiden Jahren nie einen Anlass zur Sorge bereitet. Jetzt jedoch schien sich Schnauffer zu verweigern. Er tänzelte ein wenig zu Seite, machte aber keinerlei Anstalten der Aufforderung zu folgen.

»Herr im Himmel«, schimpfte Masters und schlug die Hacken auch ohne Sporen in die Weichteile des Pferdes. Endlich machte Schnauffer einen Satz nach vorne. Dann einen weiteren und endlich begann er zu galoppieren. Für die zwanzig Yards brauchten sie nur wenige Sekunden, dann befanden sie sich mitten unter den Angreifern. Wylie war gerade dabei einem weiteren Chinesen, diesmal mit den bloßen Fäusten, den Schädel zu zertrümmern. Die verbliebenen drei wandten sich dem schnaubenden Neuankömmling zu.

Als Masters in die verzerrten, blutunterlaufenen Augen der Verrückten sah, war er sich nicht mehr so sicher, ob das eine gute Idee war. Keiner von ihnen war ohne mehrere schwere Verletzungen, die einen normalen Menschen zu Boden geschickt hätte. Blutende Wunden an so ziemlich jedem Körperteil. Bei dem einen fehlte gar die ganze Hand. Nur den Stumpf reckte er dem Pferd entgegen.

Schnauffer scheute und stieg auf die Hinterläufe. Dabei schlug er mit den Vorderläufen wild aus und erwischte den vordersten am Hinterkopf. Der chinesische Junge, kaum älter als fünfzehn Jahre, viel unter dem Pferd auf sein Gesicht. Schnauffer kam wieder herunter und trat mit einem Huf genau auf den Kopf. Das hässliche Knacken war sogar über das Schnauben und Wiehern des Pferdes und die ängstlichen Schreie der Kinder hinweg zu hören.

Sofort keilte Schnauffer auch nach hinten hin aus. Einer der Angreifer bekam einen Hinterlauf des Pferdes mit voller Wucht gegen die Brust. Mehrere Yards weit flog der Mann nach hinten und krachte gegen die brüchige Felswand.

Am Ende blieb der Chinese, der nur noch eine Hand besaß. Er kam von der linken Seite auf ihn zu und streckte beide Arme nach Masters Oberschenkel aus.

Gus Masters hob seinen Revolver und zog mit dem Daumen den Hahn nach hinten. Dadurch drehte sich die Trommel mit den Patronen um eine Position weiter. Der Revolver den Gus Masters benutzte, war nur der Nachbau eines echten Colts von 1860. Es handelte sich dabei um die Konföderierten-Version mit Kaliber .36 anstatt .44. Sie besaß nicht die ganz die Durchschlagskraft und Reichweite wie das Original. Aber, die Waffe hatte ihm schon so oft gute Dienste geleistet, dass er sie im Leben nicht mehr gegen das Original eintauschen würde. Außerdem spielte das auf einen Meter Entfernung kaum eine Rolle.

Masters spürte beinahe, wie sich die nicht mehr existierende Hand des Chinesen auf seinen Oberschenkel zu legen schien. Schnauffer begann in diesem Augenblick erneut unruhig zu tänzeln und Masters hatte trotz der geringen Entfernung plötzlich doch Mühe den Revolver auf den Kopf des Chinesen zu richten. Zwei, drei Sekunden lang überlegte er, ob er Schnauffer mit den Zügeln nicht noch einmal im Kreis drehen lassen sollte und entschied sich dann doch dafür einfach abzudrücken.

Während des Bürgerkriegs gegen die Union hatte er viele Male gesehen, was Kugeln mit menschlichen Körpern anrichten konnten. Eine einzige Kugel aus einem Gewehr war in der Lage drei Körper zu durchschlagen und im vierten Mann stecken zu bleiben. Die Treibladung einer Pistolenkugel war dafür zu schwach. Zumindest aus größerer Entfernung. Aber bei nur zwanzig Inch, entfaltete auch eine Pistolenkugel eine Wirkung die vernichtender kaum sein konnte. Sie traf den Chinesen unterhalb des rechten Auges und hinterließ dort nur ein winzig kleines Loch. Gleichzeitig wurde dem bedauernswerten Mann der halbe Hinterkopf nahezu weggesprengt. Der Bereich hinter den beiden Ohren und vom Genick bis zum Ansatz des einen Fuß langen geflochtenen Zopfes, löste sich in einer Wolke aus Blut und Gehirnmasse auf. Der Mann erstarrte auf der Stelle; wurde nicht einmal zurückgeworfen. Mit halb erhobenen Armen fiel er einfach nach hinten um. Die Augen blieben weit aufgerissen und starrten nun leblos in den blauen Himmel.

Gus Masters stieg von Schnauffer herab, behielt aber die Zügel fest in der Hand. Das Risiko ihn nun frei herumlaufen zu lassen, wollte er nicht eingehen. Nur für den Fall, dass sein treuer Gefährte auf den Gedanken kommen würde auch jetzt noch das Weite suchen zu wollen.

»Mister Masters. Bei Gott, was sind wir froh, dass sie uns noch rechtzeitig gefunden haben.« Finella Brennan war so etwas wie die Chefin des Trecks. Trotz ihres fortgeschrittenen Alters war sie schlank und attraktiv genug, dass sich Gus Masters hin und wieder so manchen Gedanken selber verbieten musste. Würde er ihnen nachgeben, da war er sich sicher, wäre eine blutige Nase noch sein geringstes Problem. Was sie sagte, war allen ein Befehl. Und wenn er auf die Idee kommen würde, sich in irgendeiner Form an sie heran zu machen, hätte er wohl schlechte Karten gehabt, dachte er belustigt. Wie die anderen vierzehn Frauen auch, war sie auf dem Weg nach Oregon-City um nach Jahren endlich ihren Mann wiederzutreffen. Dabei wurde sie von den drei Männern Pat Kinney, Angus O`Brien und Wylie Hayes unterstützt. Die restlichen dreizehn Schützlinge waren Kinder im Alter zwischen sieben und fünfzehn Jahre Acht Jungs und fünf Mädchen.

Gus Masters war von den Iren in St. Louis angeheuert worden, sie nach Oregon-City zu bringen. Sechshundert Dollar waren dafür vereinbart und von den Männern bei einer Bank hinterlegt worden. Eine Vorgehensweise die beiden Parteien zugute kam. Er konnte sich sicher sein bezahlt zu werden, wenn er seine Schützlinge wohlbehalten abgeliefert haben würde.

Solche Jobs wurden mittlerweile immer rarer. Die Zeit der großen Siedlertrecks war vorbei. Alle Welt wartete darauf das in diesem oder nächsten Jahr die Transkontinentale Eisenbahn fertiggestellt sein würde. Das reduzierte nicht nur die Reisezeit von siebzig bis hundert Tagen auf gerade einmal eine Woche. Es war einfach sehr viel sicherer und trotz, wie man vernehmen konnte, exorbitanter Billet-Preise, um einiges billiger. Abgesehen von seinem Lohn kam man durch Gespanne, Verpflegung und sonstige Kosten, auf gut und gerne zweihundert Dollar pro Person. Bei fast dreißig Personen mussten die Männer für diesen Treck also nahezu sechstausend Dollar aufbringen.

»Keine Ursache, Maʼam.« Masters nahm seinen Hut vom Kopf und drehte ihn verlegen an der Krempe. »Es tut mir schrecklich leid, was passiert ist. Aber so etwas habe ich noch nie erlebt.«

»Ich … wir machen ihnen keinen Vorwurf, Mister Masters. Diese Männer waren augenscheinlich wahnsinnig. Waren sie bei den Planwagen? Hat Patrick sie hier her geschickt?«

»Hat er.« Masters vermied es, sie sofort mit der nächsten Hiobsbotschaft zu belästigen. Wie es um ihren Neffen stand, würde sie noch früh genug erfahren. »Wir sollten uns von hier verdrücken, Ma’am. Wer weiß, ob es nicht noch mehr von denen gibt.«

Der spitze Schrei eines der jüngeren Mädchen ließ alle herumfahren. Der britisch aussehende Kerl, den Schnauffer mit seinen Hinterläufen gegen die Wand geschleudert hatte, war weniger tot als alle geglaubt hatten. Weniger Tot. Tot aber nicht ganz. Untot. Masters fand seine gedankliche Formulierung ganz passend. Bei allem, was jeder der Verrückten hatte einstecken müssen, wäre jeder normale Mensch längst gestorben. Diese Kerle hielt irgend etwas unnormales am Leben. Was das war, spielte im Moment weniger eine Rolle. Im Laufen zog er sein Bowie-Messer. Der Untote lag auf dem Rücken und eine Hand hatte das lange rote Haar des Mädchens gepackt. Verzweifelt versuchte nicht von ihm zu Boden gezerrt zu werden. Wahrscheinlich hatte sie sich neugierig über den vermeintlich Toten gebeugt. Jetzt schrie sie wie am Spieß.

Gus Masters brauchte nur wenige Sekunden bis zu dem ungleichen Paar. Mit einem einzigen Hieb hackte er dem Briten die Hand ab. Schwarzes dickes Blut ergoss sich für ein paar Sekunden aus dem Stumpf. Das Mädchen rannte schreiend zu ihrer Mutter. Die abgetrennte Hand hing ihr immer noch im Haar und schlug während des Rennens mehrfach gegen ihren Rücken. Etwas, was nicht gerade dazu beitrug sie wieder zu beruhigen.

Martin starrte angewidert auf den Kerl zu seinen Füßen. Das ihm nun eine Hand fehlte, schien ihn nicht sonderlich zu beeindrucken. Selbst mit dem Armstumpf versuchte er eines der Beine des Scouts zu erwischen. Aber, während seine Arme wild herum ruderten, blieb sein Unterkörper vollkommen steif.

»Da hast du dir wohl das Rückgrat gebrochen, Freundchen.« Der Mann hatte am ganzen Körper Wunden. Seine Kleidung war an vielen Stellen eingerissen und getränkt von jenem schwarzen Blut, dass Masters beobachtet hatte. Die Wunde an seinem Arm sah schrecklich aus, hatte sich aber bereits komplett verschlossen. Zumindest blutete er nicht mehr.

»Wir sollten dich mit nach Gumble nehmen. Das glaubt uns ja sonst kein Mensch«, murmelte Masters.

»Gumble? Hatten sie nicht gesagt, dass wir den Ort auslassen sollten? Zuviel Gesindel?«

»Hatte ich gesagt, Ma’am. Aber, dort gibt es einen Doktor, einen Sheriff und einen Saloon. In der Reihenfolge.«

Finella Brennan schnaubte entrüstet bei dem Gedanken, dass es ihren Führer nach einem Whiskey gelüstete. Aber zumindest hatte er seine Gelüste erst an die dritte Stelle gesetzt.

Während Gus Masters den Briten mit einem Lasso vom Sattel seines Pferdes ordentlich verpackte und dabei aufpasste das ihn der Kerl nicht zu packen bekam, begannen die Frauen die Leichen der Chinesen mit Sand und Steinen zu bedecken.

»Ein ordentliches Begräbnis wäre wohl angemessener«, kommentierte Fienella Brennan den irritierten Blick ihrers Scouts. »Aber ich vermute, dass wir etwas eilig haben.«

Masters nickte und dachte an Pat Kinney bei den Planwagen. Ein paar der Frauen waren mit den kleinen Kindern voraus gegangen und würden sich, falls er noch lebte, um ihn kümmern. Falls nicht, würden sie sich sicherlich mehr Zeit nehmen müssen.

Das Science in Science Fiction

Es ist vollbracht. Band vier von „Sternenreich – Rebellen des Imperiums“ ist fertig und bereits zur Korrektur. Das war dieses Mal auch ein hartes Stück Arbeit. Nicht nur, dass mir nach dem ersten Drittel der Computer kaputt gegangen ist. Das vorletzte Kapitel hatte es echt in sich.

Ohne großartig spoilern zu wollen, habe ich meine Protas in eine Situation gebracht, aus der ohne Action herauszukommen, schlichtweg langweilig gewesen wäre. Nun habe ich mir schon beim Schreiben des ersten Bandes versprochen, auf allzu sehr ausufernde Raumschlachten verzichten zu wollen. Aber eine Space-Opera ohne wenigstens ein paar abgefeuerte Raketen geht auch nicht.

Ich bin zwar bekennender Honor Harrington Fan und liebe David Webers seitenlange Beschreibungen mit der genauen Anzahl an Sprengköpfen, Beschleunigungswerten und Auftreffgeschwindigkeiten. Aber auf Dauer kann es ganz schön ermüdend sein. Außerdem nimmt so eine Schlacht bei Weber schon Mal den Umfang zweier meiner Romanhefte in Anspruch. Den Platz habe ich einfach nicht.

Aber, das Wörtchen Science in Science Fiction steht ja nicht umsonst da. Vom Anspruch her versuche ich schon mich zumindest auf pseudowissenschaftlichem Grund zu bewegen. Künstliche Schwerkraft setze ich voraus, Fusionstriebwerke sind Allerweltstechnik und so weiter. Aber die Gesetze der Physik ohne eine Erklärung einfach außer Kraft zu setzen, fiele mir nicht ein. Ein Körper der von A nach B will, muss beschleunigen und abbremsen. Dafür braucht er auch eine gewisse Zeit. Aber wenn vier Parteien über 220 Millionen Kilometer hinweg aufeinander zu und voreinander weg rasen, muss die Abfolge der Ereignisse genau geplant werden.

Und da fiel mir glatt erst jetzt auf, dass ich mir noch fast keine Gedanken über genau diese Dinge gemacht habe. Da habe ich in Band 1 mit ein paar Zahlen um mich geworfen, auf die ich jetzt natürlich Rücksicht nehmen musste. Aber durchdacht waren die nicht. Als Autor muss man immer damit rechnen, dass es Leser gibt, die sich kein X für ein U vormachen lassen und Zahlen nachrechnen.

Wenn ich mich recht erinnere, gab es gerade zu David Webers Honor Harrington Band 1 »Eine Frage der Ehre« die Anekdote, dass die Maßangaben der Schiffe, die er sich ausgedacht hatte, so schlecht waren, dass die Schiffshülle kaum dicker als Alufolie gewesen wäre. Oder so ähnlich.

Glücklicherweise hat das bei mir noch ganz gut funktioniert, nachdem ich mit einer Calc-Tabelle die Werte so lange hin und her geschoben habe, bis sie stimmig waren. So weiß ich jetzt, dass meine Schlachtschiffe mit einer Beschleunigung von 95g/sec² etwa 20 Minuten brauchen um auf ihre Höchstgeschwindigkeit von knapp 11.000km/sec zu gelangen und die Strecke von Transitpunkt A nach Transitpunkt B, also cirka 220 Millionen Kilometer, in etwas unter 6 Stunden zurücklegen. Nur die Raketen müssen noch sehr viel schneller sein. Aber da dort keine Menschen an Bord sind, ist auch kein Trägheitskompensator vonnöten. 🙄

Als ich die ganzen Werte dann hatte, dachte ich, mein Gott, das will doch niemand lesen. Also, habe ich 90% der Zahlenwüste wieder herausgenommen, die vierte Partei einfach ignoriert und das Zusammentreffen auf einen Punkt irgendwo zwischen Band 4, der voraussichtlich am 2.Juni erscheint und Band 5 gelegt. Auf Deutsch, das Technogebabbel auf ein Minimum reduziert und das Problem in eine Rückschau zu Beginn des nächsten Bandes verlagert.

April 2017

Ich fasse mich heute mal kurz. Mitten im Veröffentlichungsprozess des dritten Bands von STERNENREICH – Rebellen des Imperiums – Echsenblut hat sich das Netzteil meines Lieblings-PCs verabschiedet. Das ist nicht weiter tragisch, die Daten sind schließlich in der Dropbox gesichert. Aber auf dem Ausweich-PC musste ich jetzt erst einmal die entsprechende Software installieren und konfigurieren, um die Arbeit fortzusetzen. Anderer Monitor und andere Tastatur. Es gibt kaum etwas schrecklicheres für den Schreibprozess.

Aber egal. Teil drei ist jetzt Online und die Kindle-Version innerhalb der ersten Stunde bereits zweimal verkauft. Und diesmal nicht einmal von mir selbst 😉
361 – Das ist die Zahl der verkauften bzw. über KU gelesenen Romane im Monat April. Das Gros geht dabei auf das Konto von Sternenreich 1 – Kaiserkind (153x) und Sternenreich 2 – Para-Urlaub (164x). Die restlichen 44 Stück verteilen sich auf die fünf anderen Titel mit deutlicher Führung für NEOCHRON – Eine zweite Chance.

Insgesamt sind das jetzt 935 Stück. 821 davon seit Mitte Januar als ich von ePubli zu kdp.Amazon gewechselt bin. Für Mai gehe ich davon aus, dass ich die Gesamtauflage von 1000 Stück überschreiten werde. Hätte mir das jemand vor einem Jahr prophezeit, hätte ich ihm wohl den Vogel gezeigt.

Die Arbeit am vierten Teil von Sternenreich ging bis zum Rechner-Problem gut voran. Da bin ich jetzt bereits bei über 50 Prozent. Er wird den Titel REBELLION tragen und die dramatischen Folgen durch die Amtsübernahme der neuen Kaiserin beschreiben.

Statistik mit Novelrank.com

Als kleiner Statistik-Freak der ich nun einmal bin, und weil ich mittlerweile eine ganz erkleckliche Zahl an Romanen täglich absetze, schaue ich natürlich gelegentlich in meine Verkaufszahlen von kdp.Amazon hinein. Zwei Tools nutze ich dafür regelmäßig. Zum einen natürlich die Angaben die Amazon zur Verfügung stellt. Und zum anderen das kostenlose Novelrank.com.

Letzteres ist schon eine geniale Sache. So, kann man dort auch ähnliche Romane anderer Autoren zum Vergleich heranziehen. Wie Amazon das Ranking berechnet, wird vermutlich auf ewig deren Geheimnis bleiben. Deshalb berechnet Novelrank die Anzahl der Verkäufe rückwärts aus diesem Ranking wieder heraus. Das haut nicht immer hundertprozentig hin. Novelrank macht zum Beispiel keinen Unterschied zwischen TB, ePub und gelesenen Seiten über die Leihbibliothek. Außerdem liegen die errechneten Verkäufe etwa 10 Prozent über den tatsächlichen. Aber immerhin wird stundenweise die Rangliste protokolliert. Und das für wenigstens 90 Tage rückwirkend.

Clever wie ich bin, vergleiche ich den zweiten Band von »STERNENREICH – Rebellen des Imperiums – Para-Urlaub«, seit seiner Veröffentlichung, einfach mal mit dem Perry Rhodan Jubiläumsband 2900, der drei Tage später herausgekommen ist. Die Verkäufe am Kiosk sind da natürlich nicht mit inbegriffen. Sonst wäre der Pabel-Verlag ja mittlerweile Pleite. Aber es erfüllt mich mit Stolz sagen zu können, dass ich im gleichen Zeitraum mehr Romane über Amazon verkauft habe, als die große Konkurrenz. Und das praktisch über den gesamten Zeitraum. Wieso der »Perry« trotzdem einige Zeit lang in der Rangliste über meinem Roman gelegen hat, wird wohl Amazons Geheimnis bleiben. Spielt aber auch keine Rolle. Band 3 mit dem Titel ECHSENBLUT erscheint voraussichtlich Ende kommender Woche. Dann bin ich gespannt, wie es weiter geht.

Skizze

Gut, dass ich nachgerechnet habe!

Wenn man Science Fiction Romane schreibt, ist es meist unerlässlich, sich nicht nur in der Himmelsmechanik ein wenig auszukennen. Texte werden leicht lächerlich, wenn die Protagonisten Mal so eben vom Pluto bis zu Erdumlaufbahn nur 10 Minuten brauchen. Man sollte also rechnen können. Das so etwas aber nicht nur im Weltall wichtig ist, sehe ich gerade beim ersten Kapitel von Band 4 von »STERNENREICH – Rebellen des Imperiums« der den Titel REBELLION tragen wird. Wenn 300 Adlige in einem Kreis auf unbequemen Hockern sitzen und einem Redner in ihrer Mitte lauschen, darf der Raum in dem sie sitzen nicht nur zwanzig Meter Kantenlänge haben. Ich bin richtiggehend erschrocken, als ich das glücklicherweise mal nachgerechnet habe.

Wenn jeder Zuhörer gerade 60 Zentimeter für sich beansprucht, dann sitzen sie sich nicht nur ziemlich auf der Pelle. Sie können ihr gegenüber kaum noch sehen. 300 x 0,6 =180 Meter Kreisumfang / 3.14 macht beinahe 60 Meter bis zur gegenüberliegenden Seite. Das entspricht in etwa der Breite eines Fußballplatzes. Nicht, dass das nicht machbar wäre, ist ja schließlich SF. Aber das wäre schon äußerst unpraktisch, wenn die Redner in der Mitte dann nur mit einem Megaphon reden könnten. Ich glaube, da muss ich mir doch etwas anderes überlegen 😉

Halbzeit im April

Achtung: Könnte Spuren von Spoilern enthalten.

Mit Band 3 von »Sternenreich – Rebellen des Imperiums« bin ich jetzt fast fertig. Zwei der Handlungsträger aus den ersten Teilen wurden der Straffung des Personalverzeichnisses geopfert. Jetzt fehlt nur noch ein letzter Feinschliff und dann geht der Text spätestens Dienstag zum Korrektorat.

Jetzt muss ich mir langsam Gedanken über den Titel des vierten Teils machen. Zwei große Handlungsstränge bieten sich als Titelgeber an. Zum einen ist da die weitere Flucht meiner Protagonisten und zum anderen der Untertitelgebende Akt, vor dem ich am meisten Schiss habe. Wie beschreibt man, dass der Kaiser und die Hälfte seiner Untertanen zu Rebellen gegen das eigene Imperium werden?

Die Umsatzzahlen sind immer noch hoch motivierend. Wobei ich die Gelegenheit mal nutzen will um zu erläutern, wie ich dabei rechne. Alle meine Romane werden über KindleSelect und KindleUnlimited zum Leihen angeboten. Amazon berechnet die tatsächlich gelesene Zahl von Seiten. So sind das für NEOCHRON – Eine zweite Chance zum Beispiel 354 und für die beiden bisherigen STERNENREICH Bände 121 bzw. 120 Seiten. Bei bislang 18.078 gelesenen Seiten von Band 1, ergeben sich so rein rechnerisch 149 komplett gelesene KAISERKINDer. Hinzu kommen 87 verkaufte ePubs und 9 Print-Versionen. Macht summasummarum 245 Einheiten alleine für Band 1. Band 2 verkaufte sich nach der gleichen Rechnungsweise bislang in nur 11 Tagen 82 Mal. Damit liegt er gleichauf mit den Zahlen von Band 1 im selben Zeitraum. Nahezu jeder Leser des ersten Teils hat also auch den zweiten Teil gekauft. Sollte man zumindest meinen. Gewissheit werde ich aber erst haben, wenn auch der dritte Teil Mitte Mai mit ähnlichen Zahlen aufwartet. Auf vielfachen Wunsch einiger Leser habe ich den Umfang diesmal leicht erhöht.

Insgesamt wurden, seit ich von ePubli zu kdp.Amazon gewechselt habe, 652 meiner Romane gekauft. Wohlgemerkt, in nur drei Monaten. Die Hälfte davon geht dabei auf das Konto der Sternenreich Bände. Trotzdem kann man sagen, dass ich bei Amazon in einem Drittel der Zeit, dreimal soviel Romane abgesetzt habe. Die Gesamtauflage steht jetzt bei unglaublichen 766 Stück.

Novelrank.com

Ich habe keine Ahnung, ob ich hier einen Geheimtipp verrate oder ich nur aus dem Mustopf komme. Aber jeder, der als Autor tätig ist und seine Verkäufe über Amazon gespannt beobachtet, sollte auch mal einen Blick auf Novelrank.com werfen. Der Service ist völlig kostenlos und bietet einen interessanten Blick auf die Zusammenhänge zwischen Verkaufszahlen und Ranglistenposition. Amazon ist sicherlich nicht bereit die tatsächlichen Verkaufszahlen zu nennen. Aber der Algorithmus den Novelrank.com benutzt, rechnet die vermutlichen Zahlen aus der Ranglistenposition rückwärts wieder heraus. Und, soweit ich das beurteilen kann, ziemlich exakt. Es scheinen zwar gelegentlich noch andere Faktoren eine Rolle zu spielen. So ist es mir unerklärlich warum mir für den 30. März 10 Verkäufe von Sternenreich Band 1 zugerechnet werden, obwohl an diesem Tag nur zwei über die Leihbücherei gelesen wurden. Aber ansonsten stimmen an den anderen vier Tagen, seit denen ich meine Bücher jetzt beobachte, die Angaben ganz exakt. Und das ist gruselig. Vor allem, weil man das auch mit Titeln anderer Autoren machen kann. Fitzeks AchtNacht zum Beispiel. Ich sag jetzt nicht wie viel Bücher er verkauft hat. Das kann jeder selber nachschauen. Aber dagegen sind meine Zahlen natürlich klein und mickrig.

Voraussetzung dafür, dass man Titel verfolgen kann, ist eine Funktion, die sich Track Book nennt. Nur wenn IRGENDJEMAND einen Titel bereits verfolgt, kann man die Werte einsehen. Wenn es noch keiner tut, kann man das tracken damit selber starten. Bis aussagekräftige Zahlen und schön gestaltete Charts vorliegen dauert es natürlich dann ein paar Tage.

Interessant ist es für Statistik-Freaks wie mich allemal. Vor allem, weil mich Amazon für die letzten zwei Tage, wegen eines angeblichen phishing-Versuchs auf meinem Konto, ausgesperrt hatte. Vermutlich liegt der Grund eher darin, dass ich für unseren Urlaubstrip meinen Tablet-PC das erste Mal zur Abfrage benutzt hatte.

Ansonsten kann ich für Sternenreich Band 1 – Kaiserkind die Rezensionen Nummer zwei und drei mit einem tollen Resultat vermelden. Die beiden stammen aus der kürzlich gelaufenen Leserunde bei LovelyBooks.com, aus der hoffentlich noch mehr kommen werden. Aber da bin ich zuversichtlich.

Zwischenablage01

März 2017

Hallo zusammen. Ich sitze hier mit einem kleinen Tablet im Spreewaldhotel in Burg, zwei Bahnstunden von Falkensee entfernt und freue mich wie ein Schneekönig über das klasse Ergebnis, dass meine Romane im März erreicht haben. Die Stückzahl hat mit 231 den Februar mit 180 sogar noch weit übertroffen. Nicht ganz unschuldig ist mit 165 verkauften oder gelesenen Einheiten natürlich STERNENREICH. 8 Printversionen, 61 ePubs und 11600 gelesene Seiten über die KindleUnlimited Leihbibliothek, was eben 96 komplett gelesenen Romanen entspricht. Das hat mir sogar kurzfristig einen Ranglistenplatz bei SF-Romanen in den vierzigern eingebracht. Deshalb finde ich, ist es auch mal Zeit mich bei all jenen zu bedanken, die bereit sind ihr Vertrauen auch einem so relativ unbekannten Autoren wie mir zu geben. Vielen Dank. Und das ganze auch noch ohne eine nennenswerte Zahl von Rezensionen, die jetzt aber hoffentlich auch noch so nach und nach auch eintreffen werden. Dazu habe ich mich in der vergangenen Woche auch der harten Kritik von Lesern bei LovelyBooks.de gestellt. Die 12+1 Bewerber haben alle von mir eine Print-Version per Post bekommen, um den Text zu kritisieren. Bislang sind daraus zwei 5-Sterne Bewertungen erwachsen. 11 stehen noch aus. Und da sind noch ein paar harte Kritikerbrocken dabei mit teilweise hunderten geschriebenen Rezensionen. Ich bin so was von gespannt.

Aber auch die anderen 5 Romane gingen insgesamt 66 Mal über den Ladentisch. 20 Mal alleine NEOCHRON-Eine zweite Chance, was mich natürlich besonders freut. Vielleicht sollte ich doch eine nachträgliche Korrektur ins Auge fassen und ihn ebenfalls einer Leserunde zum zerpflücken stellen.

Band zwei von STERNENREICH mit dem Titel Paraurlaub befindet sich noch bei LibriMellior zur Korrektur, aber ich hoffe, dass ich damit Montag oder Dienstag Online gehen kann. Band 3 Echsenblut ist zur Hälfte fertig und erscheint wohl wie geplant Ende April/Anfang Mai. Für die weitere Handlung habe ich mich auf Grund des positiven Feedbacks auch bereits auf einen größeren Handlungsbogen eingestellt, der voraussichtlich bis Band 10 gehen und GOA heißen wird. Wenn alles so läuft wie ich denke, werden daraus am Ende auch noch ein oder zwei Taschenbücher werden.

Sternenreich Band 1 ist fertig!

Kennt ihr das? Das Gefühl, wenn man nach Wochen endlich am Ziel angelangt ist und das Ergebnis in den Händen hält? Nun war die Aufgabe, die ich mir diesmal gestellt habe, nicht so gewaltig wie ein kompletter Roman mit 350 Seiten. Es sind NUR etwas über 70 Seiten. Aber der Umfang spielt in so einem Fall keine Rolle. Die letzte Veröffentlichung ist nämlich immer die beste und wichtigste. In diesem Fall auch, weil ich mir das erste Mal ein Korrektorat geleistet habe. Und wenn ich die Menge an korrigierten Stellen betrachte, wird mir ganz anders bei dem Gedanken an den Shitstorm, dem ich mich ohne Korrektorat ausgesetzt hätte. Okay. Vielleicht nicht gleich so krass. Aber negative Rezensionen treffen einen eben immer ins Herz. Mein Dank geht deshalb erst einmal an Janine von Libri Mellior für die schnelle Bearbeitung und den guten Draht zueinander.

70 Seiten? Yesternenreich-1pp, entspricht mit 120.000 Zeichen in etwa einem Heftroman. Denn, STERNENREICH wird eine Serie. Bei Serien ist es wie im Fußball. Nach dem Roman ist vor dem Roman. Deshalb ist der Text für Band 2 auch bereits zu etwa 50 Prozent fertig. Band 3 gibt es klare Vorstellungen und bis Band 10 einen groben Handlungsbogen. Ob und wie weit es darüber hinaus dann weitergeht, hängt dann natürlich von meiner Motivation, sprich den Verkaufszahlen ab.

Seit heute, Montag dem 6.3.2017, ist STERNENREICH – Rebellen des Imperiums Band 1 – Kaiserkind bei AMAZON als Kindle (2,99€) oder Taschenheft (5,99€) verfügbar.

Inwieweit es Sinn macht, sich das Taschenbuch/-heft zuzulegen, weiß ich nicht. Angelegt habe ich es vor allem für mich selbst (zum in den Schrank stellen).

Worum geht es? Natürlich wie immer um Geheimnisse, Verrat und Intrigen. Weltraumschlachten im Sinne des Wortes eher nicht. Was aber nicht heißt, dass es nicht das eine oder andere Gefecht geben würde. So wie in Band 1. Aber das wird keinesfalls die Regel werden. Action ja, aber immer nur Mann gegen Mann.

Der Klappentext:

Das Sternenreich umfasst mehr als 20.000 Systeme und Planeten. Menschen, Menschenabkömmlinge und Fremdwesen leben seit beinahe 500 Jahren weitestgehend friedlich unter der Regierung eines Kaisers und seinem Hof auf Imperium Prime miteinander zusammen.
Das Schlachtschiff NOVALIT, auf Patrouillenfahrt zu den äußeren Systemen, weckt aus zunächst unerfindlichen Gründen das Interesse einer unbekannten Macht. Fremde dringen in das Schiff ein und versuchen einen Fähnrich zu entführen. Dazu benutzen sie ein imperiales Kurierschiff, Codes die nur Angehörige bei Hofe vergeben könnten und die extrem seltenen Para-Gaben eines geheimnisvollen Zwergs.
Steht dieser Überfall vielleicht im Zusammenhang mit der Meldung über das Verschwinden des Kaiser auf dem entfernten Planeten Imperium Prime?

Im weiteren Verlauf der Handlung in den folgenden Bänden, werden die Protagonisten Stück für Stück das Geheimnis der Fremden Angreifer aufklären, vielleicht den Kaiser wiederfinden, ergründen wer oder was die Goa ist oder sind und Antworten auf einige Fragen finden, die jetzt noch gar nicht gestellt wurden. Ich will nicht behaupten, dass das episch wird. Aber die Notizen, die ich mir gemacht habe, sind bereits jetzt sehr unübersichtlich.

Ich hoffe der geneigte Leser hat Spaß dabei und gibt bei Amazon die eine odere andere Bewertung ab. Für Fragen und Anregungen bin ich übrigens immer offen.

Sternenreich-Cover

Band 1 ist nun fertig. Ein paar Kleinigkeiten noch, dann geht es vielleicht sogar noch heute ins Korrektorat. Yepp. Richtig gelesen. Es findet ein richtiges, professionelles Korrekturlesen statt. Da ich es nicht abwarten kann und sich niemand findet der mir ein Cover nach meinen Vorstellungen fertigt, habe ich ein wenig herumgespielt und die ersten drei selber entworfen. Die sehen, finde ich, auch schon richtig gut aus. Ich hoffe allerdings, dass ich die noch in letzter Sekunde mit einem anderen Bildmotiv versehen kann. Vor allem Band 2 wird sicherlich nicht so bleiben. Aber vom Design her bin ich schon ganz zufrieden.  Aber hat jemand eine Anmerkung, eine Idee oder sieht jemand ein Problem mit den Covern?

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